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Salongespräch mit einer Dame in Lila

In unregelmäßigen Abständen bekommt der Blaue Salon Besuch von befreundeten Künstlerinnen und Künstlern. Ich freue mich sehr, dass ich heute eine Freundin aus der Ukraine vorstellen darf, deren wunderbare Bilder mich immer wieder begeistern. Lasst euch überraschen im Salongespräch mit Lila Dame.

Stell dich bitte kurz vor – wo lebst du, was liebst du?

Lila DameIch bin Ukrainerin und lebe in der Stadt Lviv, wo ich Design studiere. In meiner Freizeit male ich, besuche Museen und Kunstausstellungen, ich gehe gerne wandern oder tausche mich mit meinen Freunden im In- und Ausland aus.

Seit wann malst du und wie bist du dazu gekommen?

Als ich 5 Jahre alt war, besuchte ich eine Kunstschule. Die ersten künstlerischen Materialien, mit denen ich zu arbeiten begann, waren Tusche, Aquarellfarben und Gouache. Ich malte damals auf Papier und auf Leinwand. Ich erinnere mich noch sehr gut an das erste Bild, das ich mit Tusche gemalt habe. Es war das Portrait einer ukrainischen Frau in Tracht mit vielen Blumen im Haar. Seit diesem Moment begleitet mich die Tuschemalerei. Neben der Malerei mache ich Applikationen, Origami und verschiedene Formen aus Holz und Lehm. Ich habe an vielen Kunstwettbewerben teilgenommen und war in dem Bereich auch sehr erfolgreich. Das hat mich sehr gefreut und den Wunsch geweckt, mich noch mehr ins Malen vertiefen.

Tusche, Aquarell

Tusche, Aquarell © Lila Dame

 

Mit meinen Bildern möchte ich Menschen zum Denken anregen und Erinnerungen auslösen. Außerdem fasziniert mich immer die Schönheit des Moments. Diesen möchte ich einfangen.

 

 

Gibt es Dinge, die dich in deiner Kunst blockieren? Wie gehst du damit um?

Ja, es gibt auch Blockaden. Wenn ich ein Bild beginne, kann es passieren, dass es mir im weiteren Malprozess nicht mehr gefällt. Manchmal ist es dann wirklich schwer, das Bild zu beenden. Ich muss dann meine Kraft und Konzentration zusammennehmen und trotzdem weiter malen. Es passiert auch, dass ich mit einem Ergebnis nicht zufrieden bin. Manchmal dauert es dann eine Weile und ich muss Zeit vergehen lassen, um später mit einem anderen Blick auf das Bild zu sehen.

 

Jeder Künstler arbeitet anders. Gibt es ein Medium, mit dem du besonders gerne malst? Warum?

Es gibt bei mir zwei besondere Medien. Wie ich schon erwähnt habe, ist das zum einen Tusche, zum anderen aber auch Ölfarbe. Mit Tusche male ich besonders gerne, weil ich die Effekte mag, die sie erzeugt. Die Bilder sehen einfach gut aus – selbst, wenn man sich einmal weniger Mühe gibt.

An Ölfarbe gefällt mir die Konsistenz, wie sie riecht und wie sie sich auf die Leinwand oder auf den Karton legt.

 

 

Was möchtest du in deinem Leben unbedingt noch tun? Wovon träumst du?

Ich möchte eine gute Designerin werden. Und ich träume von einem Studium im Ausland, das wäre spannend.

 

Du malst ja viel – nutzt du auch noch andere künstlerische Ausdrucksformen?

Ja, ich arbeite sehr gerne auch noch mit Grafik und Skulptur.

 

Oelfarben, Acryl, Origami

Ölfarben, Acryl, Origami. ©Lila Dame

 

Hast du Vorbilder? Wenn ja, welche? Und warum ausgerechnet diese?

Vorbilder habe ich nicht direkt, weil ich gerne meinen eigenen Stil schaffen möchte. Aber ich mag den Impressionismus sehr. Mir gefallen die Bilder vom Paul Cézanne, Claude Monet oder Paul Gauguin. Sie spielten so wunderschön mit Farben.

Es gibt auch einige ukrainische Künstler, die ich sehr mag: Oleksa Nowakiwskij (Олекса Новаківський) zum Beispiel. Seine Bilder sind sehr „lebendig“.

Karlo Swirynskyj (Карло Звіринський) ist auch ein genialer Künstler. Ich staune, welch‘ moderne Bilder er malte – und das in einer Zeit, als ukrainische Künstler von der Welt und jeder Information von außen isoliert wurden.

Kateryna Bilokur (Катерина Білокур) ist ein Genie, was das Malen von Blumen angeht. Übrigens wurde ihr Talent auch von Pablo Picasso bemerkt, was wirklich interessant ist.

Die Karpaten 2015, Oelfarben

Die Karpaten. 2015, Ölfarben. ©Lila Dame

 

Die Natur, Fotos und die Bilder von anderen Künstlern inspirieren mich.

Stillleben, Guasch

Stilleben, Gouache ©Lila Dame

Wenn du eine Zeitreise machen könntest – wo würden wir dich treffen? Mit wem?

Wenn ich eine Zeitreise machen könnte, würdet ihr mich in New York, im Jahr 1950, mitten im Bronx Zoo treffen. Dort würde ich bei Jacques (Jakiw) Hnizdovsky (Яків Гніздовський) sitzen und beobachten, wie er an einem seiner berühmten Holzschnitte von den Tieren arbeitet.


 

Gefallen euch die Arbeiten von der Lila Dame? Mehr von ihr findet ihr auf ihrem Twitteraccount. Sie verkauft ihre Bilder übrigens auch – scheut euch also nicht, sie anzuschreiben :-)

 

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Salongespräch mit Linsensüppchen 54

Der Blaue Salon ist nicht nur ein Portal, über das ich meine eigene Kunst präsentiere – er ist auch ein Wohnzimmer für andere Künstler. Im Salongespräch kommen Kreative zu Wort, erzählen von ihrer Arbeit, ihren Träumen, von Inspiration und Begeisterung, von Hürden und von deren Überwindung. Heute freue ich mich auf ein ganz wunderbares Kreativitätsbündel, dessen Welt durch Linsen bestimmt wird. Viel Freude beim Lesen!

Juliane BefeldErzähle uns ein wenig über dich. Wer bist du, wo lebst du, was liebst du?

Als Juliane Befeld lebe mit meinem Mann & unserem Hund auf dem Land bei Paderborn. Vor knapp 8 Jahren beendete ich mein Studium als Dipl. Sozialpädagogin / Dipl. Sozialarbeiterin und bin zusätzlich ausgebildete systemische Familienberaterin. Ich arbeite hauptberuflich in der therapeutischen Kinder- und Jugendhilfe. Ich liebe meine Arbeit; aber mein Herz schlägt für meine Kunst. 2014 entschloss ich mich dazu, mich mit meiner Fotografie selbstständig zu machen und mich als „Linsensüppchen 54“ öffentlich zu präsentieren.

Ich mag mich immer wieder neu erfinden — Glaube Liebe Hoffnung nie verlieren, Fotografieren, Reisen, Schreiben an ungewöhnlichen Orten, Tanzen und Verkleiden, auf Flohmärkten stöbern und Kurioses entdecken/anschleppen, ins Grüne fahren, mich in einen Moment verlieben.

 

 

Mit meinen Motiven möchte ich entführen, begeistern, überraschen

 

Die Welt inspiriert mich und das ist, was ich mag: in Pfützen springen, indisches Essen, Konzerte, das Meer, Strand und Muscheln, Federn, Schallplatte hören, frisch gewaschene Bettwäsche, Räucherstäbchen, Sommerregen, Fotoautomaten, Koriander, Malaysia, Trauerweiden, Seifenblasen, Herbst, Ingwer, Situationskomik, Einwegkameras, der Knapp am frischen Brot, Textmarker und Klebezettel.

Saigon © Linsensüppchen54

Saigon © Linsensüppchen54

Meine MOTIVation und warum es (nicht nur) auf die richtige „Einstellung“ ankommt: Fotografie ist doch viel mehr, als nur das Warten auf das „perfekte“ Motiv. Was macht ein Motiv aus? Seine reine, unschuldige Unperfektheit. Das Leben in seinen vielen Umständen erleben – unberechenbar und wandelbar. Nicht greifbar. Nicht planbar. Dass macht ein Motiv zu meinem perfekt-unperfekten Motiv.

Das klingt spannend und vor allem sehr vielseitig! Wie kamst du zur Fotografie? Was interessiert dich an diesem Medium besonders?

Als Kind spielte ich schon „Fotografin“ und baute mir meine eigenen Dunkelkammern. Es fühlte sich geheimnisvoll und spannend an. Mein Leben wurde stets durch meine Kameras begleitet. Und auch mein Vater war begeisterter Hobbiefilmer und jagte uns mit seiner Videokamera. Anfangs fotografierte ich analog oder experimentierte mit der Polaroidkamera; heute arbeite ich mit meiner Spiegelreflexkamera.

 

I wish my eyes could take photos

 

Wann wusstest du, dass du eine Künstlerin bist?

In mir stecken viele Ideen und Kräfte, die gelebt werden möchten und aus mir heraussprudeln. Meiner Meinung nach weiß man nicht, dass man eine Künstlerin ist, sondern man ist es und lebt es. Man liebt, was man tut.

Und weil man es liebt, wird es gut :-) Mit welcher Kamera fotografierst du am liebsten und warum?

© Linsensüppchen54

© Linsensüppchen54

Ich arbeite mit meiner mir vertrauten Canon_Spiegelreflexkamera, die mir viele spielerische Möglichkeiten bietet. Besonders gerne arbeite ich s/w, da sich die Kontraste hier am geheimnisvollsten ausleben. Mein Herz hängt auch an meiner analogen Canon A-1 (aus Anfang der 80er Jahre) und meiner Fujifilm-Polaroidkamera. Zudem spiele ich gerne mit Einweg- oder Unterwasserkameras.

Welche Motive wählst du gerne? Worauf liegt deine Aufmerksamkeit?

Da ich aus der Straßen_Fotografie komme, lichte ich die kleinen, unscheinbaren Dinge ab, die übersehen werden, aber unseren Alltag mit Schönheit bereichern. Bäume und Schatten haben es mir zudem auch sehr angetan. Nun habe ich mich auch auf kleine Konzerte spezialisiert und fotografiere außerdem Menschen in ihrem natürlichen (auch intimen) Lebensraum.

 

Wer oder was inspiriert dich?

Das Leben, seine Narben und die Unperfektheit der Natürlichkeit. Eine Künstlerin, die mich schon seit Jahren durch mein Leben begleitet ist Frida Kahlo, mit all ihrer Sinnlichkeit, Dramatik, Stärke und Melancholie. Fotografen, deren Arbeit ich sehr schätze sind Marius Vieth und Olivia Bee.

Welchen Traum hast du? Was möchtest du gerne einmal umsetzen?

Eine eigene Ausstellung, um meine Kunst mit all ihrer Hingabe zu präsentieren.

 

Ich möchte die Menschen zum Staunen und Nachdenken bringen

 

Arbeitest du auch noch mit anderen künstlerischen Mitteln?

Heavy nights © Linsensüppchen54

Heavy nights © Linsensüppchen54

Wortakrobatik ist meine Stärke. Die deutsche Sprache steht mir sehr nah; ich liebe es mit ihr zu spielen und sie zu verkehren und zu verdrehen.

Was möchtest du mit deiner Kunst bei Menschen auslösen? Was ist dir wichtig?

Poesie ist nicht = Buchstaben aneinander reihen. Sondern Wortakrobatik. Fotografie ist nicht = wahllos Bilder schießen mit einer beeindruckenden Ausrüstung. Sondern Momente, Stimmungen, Nichtigkeiten in einen besonderen, einzigartigen Zusammenhang bringen.

Fotografieren ist für mich Poesie, die mich an die Hand nimmt und mich durch die Linse unscheinbare, abstoßende und bezaubernde Dinge entdecken lässt. Ich möchte meine Mitmenschen ins Staunen versetzten und sie zum Nachdenken bringen. Es gibt nicht nur eine Sicht auf die Dinge. Jeder hat einen anderen Blick für Ästhetik, Bilder und Formen. Ich finde es spannend und wichtig, all die Sichtweisen der Menschen zu erfahren und in einen Diskussion zu kommen. Kritik ist mir ein Freund und Begleiter.

Wenn du Zeitreisen könntest – wo würden wir dich finden? Wen würdest du treffen wollen?

Du würdest mich 1969 auf dem Woodstock_Festival finden; am liebsten biertrinkend mit Joe Cocker. Ich bin verliebt in seine animalische, wilde Art, sich und seine Musik zu leben. Ich mag es, wenn man Menschen in jeder Faser ansieht, dass sie lieben, was sie tun. Es war eine Zeit der Revolution, in der es darum ging sich frei zu kämpfen und neu zu erfinden.

Mehr zu Julianes Arbeiten auf ihrem Blog und auf Twitter

Sie ist aber natürlich auch per Mail für Auftragsarbeiten zu erreichen: linsensueppchen54@gmx.de


Du bist selbst Künstler und möchtest zum Salongespräch eingeladen werden? Dann kontaktiere mich über meinen Twitteraccount, stell dich vor und vielleicht sehen wir uns bald hier wieder. Ich freue mich auf dich!

Und wenn du Interesse an regelmäßigen News aus dem Blauen Salon hast, trage dich auf meiner Website für den Newsletter ein. Ich versende ihn mehrfach im Jahr.

 

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