Posts Tagged: Oilpainting

Fragmente in Öl

Ich habe lange Zeit Bilder gemalt, bei denen es mir um ein möglichst harmonisches Zusammenspiel ging. Keine scharfen Kanten oder abrupten Übergänge, stattdessen ein fließendes Ineinanderfinden der Farben. Im Moment beschäftigt mich allerdings genau das Gegenteil: Kontraste, Schnitte, Abgrenzungen, Trennungen.

Eines der Bilder, die im Zuge dieser Zeit-und Seelenqualität entstanden sind, ist „What’s left?“. Ich habe es genossen, mich auf einem Quadratmeter Leinwand mit Ölfarben auszutoben, zu sehen, wie sich Schicht für Schicht in Spachteltechnik entwickelt und während des Malens große Dynamik quasi aus dem Nichts entsteht. Nun hängt das Bild bei mir an der Wand und erinnert mich an geborstene Eisschollen, an Vergissmeinnicht, an fragmentarische Träume und an arktische Kälte.

Woran lässt es dich denken?

What's left. 100x100x3

What’s left? Öl auf Leinwand. 100cmx100cmx3cm. ©Claire Marin, 2016.

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Atelierblick #1

Es ist Dezember und abseits des wundervollen Trubels um die Bildversteigerung zugunsten der Deutschen Stiftung Eierstockkrebs, die noch bis Dienstag läuft, ereignet sich im Blauen Salon auch sonst eine Menge. Ich arbeite intensiv an neuen Bildern. Interessant ist für mich, dass sich gerade ein sehr starkes Bedürfnis nach Schlichtheit einstellt. Wenn es so weitergeht, bleiben bald nur noch rein weiße, blaue oder schwarze Leinwände übrig …

Ich muss zugeben, dass mich diese puristische Arbeit unglaublich fasziniert und mir viel innere Ruhe schenkt. Ich nutze dazu viele Schichten mit Balsamterpentin verdünnte Ölfarbe, die gleichmäßig übereinander aufgetragen werden. Zwischen den einzelnen Schichten muss die Farbe immer wieder antrocknen, weshalb die Arbeit an den Bildern Wochen dauert. Etwas schneller geht es durch das Vermischen der Farbe mit Dammarharz, das ich gerade sehr zu lieben lerne. Zusätzlich verwende ich Kohle.

Es ist eine kleinteilige, sehr sanfte Arbeit, die ich momentan unglaublich genieße. Ich weiß noch nicht, wohin es mich damit führt, aber ich könnte mir vorstellen, in Zukunft noch viel mehr in dieser Richtung zu machen. Es gibt viele Bilder, die „lauter“ und „eindrucksvoller“ sind als diese, Bilder, die sofort viel mehr für sich einnehmen. Und doch sind mir diese schlichten Arbeiten ans Herz gewachsen – vielleicht, weil man sich nicht nur beim Malen selbst Zeit und Ruhe nehmen muss, sondern auch später beim Betrachten, damit sie aus der Stille heraus zu sprechen beginnen.

Hier ein paar Eindrücke von der „Silence“- Reihe.

Ich bin sehr neugierig, welche weiteren Arbeiten in nächster Zeit noch entstehen und jetzt schon gespannt, wie die Bilder später gerahmt wirken werden – ich werde da ein wenig mit hellen und dunklen Schattenfugenrahmen experimentieren.

  • In silence I
  • Your silence speaks I
  • Your silence speaks II
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Staffelei im Test – Wie „Irma“ sich im Atelier-Alltag schlägt

Vor einiger Zeit habe ich mir endlich eine Staffelei zugelegt. Ich habe damals viel recherchiert und überlegt, bis ich mich letztendlich entschieden hatte, denn ich wollte etwas Vernünftiges kaufen, an dem ich dann auch wirklich lange meine Freude habe. Hier geht es zum Blogbeitrag, in dem ich über meine Suche nach einer passenden Staffelei berichte.

Im Atelier von Claire Marin, 2015

Nach einigen Wochen mit „Irma“, wie ich sie getauft habe, kann ich nun sagen, dass ich den Kauf noch keine einzige Sekunde bereut habe. Das Arbeiten ist wunderbar und Irma schlägt sich wacker. Nichts wackelt, nichts quietscht und die Einstellungen lassen sich problemlos verändern. Sogar große Leinwände lassen sich bequem einspannen, was mir jetzt das mühselige Arbeiten auf dem Boden erspart. Ein echter Gewinn! Irma hat inzwischen schon einiges mitgemacht, da ich beim Malen ja auch nicht gerade vorsichtig bin, aber sie ist offenbar hart im Nehmen.

Ich kann diese Staffelei wirklich jedem empfehlen, der eine stabile Profilösung braucht, die sich trotzdem noch herumschieben lässt und zugleich auch noch hübsch aussieht. (Ja, es soll hübsch aussehen. Ich bin ein Mädchen und mag hübsche Dinge!) Weil meine Irma mich so begeistert und sie zudem gerade presigünstig zu bekommen ist, verlinke ich sie euch hier. Vielleicht ist das ja genau die Staffelei, die einige von euch für sich selbst gesucht haben. Ich zumindest möchte sie nicht mehr missen.

 

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Spielen mit Ölfarben / Playing with oil

Ich habe das Wochenende dafür genutzt, weiter mit Ölfarben herumzuspielen. Seitdem ich einen geruchlosen Terpentinerssatz entdeckt habe, macht das mir (und meinem Kopf) auch deutlich mehr Spaß! Ich habe mich also mit großer Begeisterung den kompletten Sonntag über im Atelier vergraben, um nach Herzenslust mit Farben zu spielen – was für ein Luxus … Bei dieser Gelegenheit fiel mir auf, dass die meisten Menschen im Erwachsenenalter gar nicht mehr spielen. Dabei ist es so wunderbar, sich ganz versunken auf etwas einzulassen und dabei alles um sich herum zu vergessen. Mir geht das beim Malen so. Es ist wie ein Kurzurlaub für die Seele.

Zurück zu dem, was während des Spielens entstand. Aus mir wird wahrscheinlich niemals eine Künstlerin, die sich stundenlang mit Landschafts – oder Portraitmalerei auseinandersetzen möchte. Dazu fehlt mir (zumindest im Moment) einfach die Geduld. Viel mehr fasziniert mich, mit Farbverläufen zu spielen und herumzuprobieren, was sich mit verschiedenen Viskositäten, Fließgeschwindigkeiten und -winkeln anstellen lässt. Schemenhafte Figuren finden sich in meinem Bildern allerdings immer wieder und das wird sich wahrscheinlich so schnell auch nicht ändern. Mich interessieren Andeutungen eben mehr als das Offensichtliche.

Eines der gestern entstandenen Bilder ist „I will wait“. Genutzt habe ich dafür Indischgelb, Kadmiumrot, gebranntes Siena und Titanweiß – Farbtöne also, die im Blauen Salon bisher nur selten zum Einsatz kamen, die mir aber extrem gut gefallen und in Zukunft sicher häufiger den Weg auf die Leinwand finden werden. Wie die Farbverläufe bei diesem Bild genau entstanden sind, bleibt allerdings mein kleines Geheimnis. Verraten kann ich nur: Es war deutlich anstrengender, als es aussieht :-)

I will wait. Oil on canvas. 50cm x 60cm. ©Claire Marin, 2015

I will wait. Oil on canvas. 50cm x 60cm. ©Claire Marin, 2015

 

Kannst du noch spielen? Dich voll und ganz in etwas verlieren und dabei Neues entdecken? Womit und auf welche Weise? Wenn du möchtest, lass mir einen Kommentar zu diesem Thema hier!


This weekend I played around with oil paints. Since I have discovered an odorless alternative für turpentine it’s even a lot more fun! So I buried myself in the studio the entire sunday to play with colors – what a luxury … On this occasion, I noticed that most people in adulthood stop to play. That’s a pity because it’s so wonderful to be completely absorbed and forget everything around you. Painting, for me, feels like this. It’s like a short vacation for the soul.

Back to the results … I will never become an artist doing landscapes or portraiture. For this purpose, I am (at least for now) not patient enough. I am much more fascinated by playing with color and find out what can be explored with different viscosities, flow rates and angles. Shadowy figures can be found in my pictures, however, again and again and that will probably never change. I’m interested in hints more than in the obvious.

One of yesterdays paintings is „I will wait“. I have used indian yellow, cadmium red, burnt siena and titanium white – shades that I rarely use, but like. I think I will need them more often in future. How this painting was done exactly remains my little secret. I can only tell: It was significantly more exhausting than it looks :-)

 

 

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Inspiration / Getting inspired

Claire? Was inspiriert dich? Woher nimmst du die Ideen für deine Bilder?

Frau im Bad. Claire Marin, 2015.

Frau im Bad. Öl auf Leinwandkarton. ©Claire Marin, 2015.

Ganz ehrlich? Ich habe keine Ahnung. Ich setze mich nicht hin und fange an zu grübeln, zu welchem Thema ich ein Bild malen könnte. Es geschieht eher zufällig. Mir begegnet im Lauf des Tages ein Erlebnis oder eine Stimmung, manchmal sind es Personen auf der Straße, zu denen mir Geschichten einfallen oder auch eine inspirierende Fotografie, deren Atmosphäre mich beeindruckt. Es kann auch ein Satz sein, der in einem Buch steht oder in der Zeitung, eine Unterhaltung, die ich in der U-Bahn mitbekomme oder die Erinnerung an eine Begebenheit in meinem Leben, die plötzlich wieder ganz präsent ist und nach Ausdruck auf der Leinwand sucht. Spaziergänge helfen mir dabei, meine Gedanken und Gefühle zu sortieren. Am besten funktioniert das für mich am Meer. Kurz gesagt: Alles, was mich bewegt, kann zu einem Bild werden. Und eines ist ganz sicher: Keines meiner Bilder entsteht, ohne dass mein Herzblut mit in die Farben fließt.


Claire? What inspires you? Where do you get the ideas for your paintings?

Honestly? I have no idea. I do not sit down and start to ruminate what I want to paint. It happens by chance. Often I find inspiration in everyday situations, in a mood, listening to people on the street, I get inspired through stories or photographies. Atmospheres do impress me. Sometimes I read an inspiring quote in a book or a newspaper, or I think a conversation in the subway is quite interestering.

Often I deal with memories, which find their way onto canvas. I love long walks at the beach to let my mind wander. Everything that moves me can become a painting – but none of my paintings is created without my heart’s blood.


 

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Spielereien mit Öl / Playing with Oilpainting

In der letzten Zeit habe ich immer öfter mit Ölfarben experimentiert. Um es kurz zu machen: Ich liebe Öl. Es ist ein vollkommen anderes Malen als bei der Nutzung von Acrylfarben. Mich begeistert die Konsistenz von Ölfarben, der Glanz, der Geruch und die Tatsache, dass sie sehr langsam trocknen. Man hat Zeit – im Gegensatz zur Arbeit mit Acryl, das einem (je nach Zimmertemperatur) manchmal noch beim Auftragen unter Pinsel oder Malmesser wegzutrocknen scheint.

Small golden paintings. Oil on clothed linen board. Claire Marin, 2015Wenn ich mit Acryl male, ist die Dynamik vollkommen anders. Ölmalerei ist meditativer, deutlich stiller – sie lässt einem Raum zum Durchatmen. Ich mag das sehr – und ich mag die Tatsache, dass man (über Tage und Wochen) immer wieder zu den Ölbildern zurückkehren und an ihnen weiterarbeiten kann – eben weil die Farben so langsam trocknen. Heute habe ich an einem Bild weitergemalt, das ich schon seit einigen Wochen „bearbeite“. Es ist ein wenig Schummelei dabei, denn ich habe experimentiert und genau genommen ist es kein reines Ölbild.

Die Grundierung habe ich mit Acrylfarbe angelegt, darüber kam dann ein spezieller Reißlack, der wiederum nach der Trocknung mit Ölfarbe übermalt wurde. Der Effekt besteht in feinen Rissen, durch die Goldpigmente schimmern – hier im Foto ganz fein oben links zu sehen.

Ich finde solche Experimente immer interessant und freue mich darauf, das auch einmal mit Gummi arabicum auszuprobieren, was deutlich gröbere Risse erzeugt. Mit dem heutigen Farbauftrag hat das Bild nun insgesamt drei Schichten. Aber es ist noch lange nicht fertig. Ich werde hier berichten, wie es weitergeht – und ich freue mich, wenn du meinen Blog Freunden und Bekannten, die sich auch für meine Arbeiten interessieren könnten, empfiehlst.

Natürlich verkaufe ich meine Bilder auch. Eine Auswahl an Arbeiten findest du unter Portfolio. Kontaktiere mich gerne bei Interesse. Ich übernehme aber auch Auftragsarbeiten, schreibe mich also auch in dem Fall gerne an.

Falls dich noch andere Künstler interessieren, findest du übrigens bei Ars Mundi ein breitgefächertes Angebot. Aber pssssst: Es geht natürlich nichts über eine echte Claire an der Wand ;-)


ars mundi – Die Welt der Kunst

Finden Sie ausgewählte Originale und Unikate im ars mundi Online-Shop!


I love painting with oil. Lately, I experimented a lot with different kinds of paint – and it is a completely different painting than with the use of acrylic paints. I’m fascinated by the consistency of oilpaint, the shine, the smell and the fact that these colours dry very slowly. One has time – as opposed to working with acrylic, which dries immediately when applied.

When I paint with acrylic, the dynamic is completely different. Oil painting is meditative, significantly quieter, it leaves room to breathe. I love it – and I like the fact that one can go back (over days and weeks) to oil paintings and continue to work on them – because the paints dry slowly. Today I continued painting a picture I have been „editing“ for several weeks now. I fibbed a little bit, I must admit, because I’ve been experimenting and I did not use oil exclusevely for this painting. I’ve created an acrylic primer and, after having applied it on the cloth lined board, used a special crackle varnish, which in turn was repainted after drying with oil paint. The effect is fine cracks and gold pigments shimmering through – you can see them on the photo.

Such experiments are always interesting and I’m looking forward to try the same using gum arabic, which produces significantly coarser cracks. The painting now has a total of three layers. But it is far from being finished. I will report in my Blog how work proceeds.

By the way: I sell my paintings. Visite my Portfolio and send me an email when you are interested. I also do take comissions. Don’t be afraid to ask.

 

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