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Verstand contra Herz – Warum malen nicht gleich malen ist

Ich habe in letzter Zeit unglaublich viel an neuen Bildern gearbeitet – aus Gründen. Das kommende Frühjahr bringt eine Ausstellung, die für mich eine wirkliche Herausforderung ist. Ich freue mich darauf und werde beizeiten auch hier mehr darüber berichten – aber zugleich überfällt mich auch ein wenig Panik, wenn ich daran denke. Es gibt noch so viel zu tun und so vieles zu entscheiden: Welche Art von Bildern möchte ich präsentieren? Was ist mir wichtig? Wie nutze ich diese Chance am besten?

What are you waiting for? Oilpainting. Detail. Claire Marin 2015.

Ein internationales Publikum wird meine Arbeiten zu sehen bekommen und da ist es mit „Ich stelle einfach irgendwas aus“ eben nicht getan. Die Perfektionistin in mir möchte, dass die Ausstellung besonders wird und die dort gezeigten Arbeiten neugierig machen. Ich möchte Menschen für meine Bilder begeistern, ins Gespräch kommen, Neues erfahren und vor allem mit meiner Kunst ganz viel geben. Zugleich ist aber auch der innere Zweifler immer wieder an vorderster Front dabei. Er sagt: „Das ist albern! Du hast nicht mal Kunst studiert! Sie werden dich auslachen! Du hast jetzt schon verloren!“

Gemini I. Oil on canvas. Claire Marin 2015.

In diesem Zwischenreich von Vorfreude und Druck kann es sehr schwer sein, die nötige Leichtigkeit zu bewahren. Im Atelier passiert dann etwas sehr Interessantes. Wenn ich versuche, mit dem Verstand an die Erschaffung neuer Bilder für die Ausstellung zu gehen, dann blockiert etwas in mir. Ich habe ein Konzept, ich weiß wie ich es umsetzen muss, ich male – aber den Bildern fehlt die Seele. Sie sind hübsch anzusehen, teilweise technisch wirklich anspruchsvoll – aber das war es dann auch. Es fehlt der Funke, der sie besonders macht, die innere Stimme, das Glühen. Es ist, als würde man einen Kasten mit einer Sammlung toter Schmetterlinge ansehen – während man eigentlich darauf hofft, dass sie zu fliegen beginnen.

Sobald ich den Gedanken an die Ausstellung loslasse und mich frei mache von den Ansprüchen, die ich an mich selbst stelle, beginnt etwas zu Fließen. Die Bilder sind dann vielleicht nicht so ausgefeilt, nicht so gewitzt, nicht so „sophisticated“. Aber sie sind ehrlich. Sie kommen aus meinem Inneren.

Into the blue. Oil on canvas. Claire Marin, 2015

Meine Herausforderung der nächsten zwei Monate wird also sein, Bilder zu malen, in deren Farben mein Inneres leuchtet. Alles andere wäre sinnlos. Ich möchte keine toten Schmetterlinge ausstellen. Wie ich das meinem inneren Kritiker dauerhaft beibringe, wird sich noch zeigen. Heute aber zumindest schweigt er.

PS: In diesem Blogbeitrag sind übrigens nur Bilder zu sehen, bei denen der Funke während des Arbeitens übergesprungen ist. Ob diese dann den Weg in die Ausstellung finden, wird sich zeigen. Momentan ist noch alles in der Erkundung.

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Meine Bilder im Berliner Restaurant „Begur“

Luz de limón, Restaurant Begur.Manchmal bringt der Zufall die schönsten Kooperationen … Und mich zudem in den Genuss der besten Zitronentarte, die ich jemals kosten durfte.

Worum geht es? Um die interessanten Wege der sozialen Netzwerke. In diesem Fall hat Twitter den Blauen Salon mit einem wunderbaren Restaurant zusammengebracht, dessen katalanische Küche ihr unbedingt einmal kosten solltet, wenn ihr in Berlin seid. Das „Begur“ liegt im angesagten Neuköllner Szenekiez und bietet neben tollen Weinen und gutem Kaffee wirklich hervorragendes Essen in schönem Ambiente. Was dem „Begur“ aber bis vor Kurzem noch fehlte, waren einige Bilder an den Wänden.

Und hier kam ich ins Spiel. Beim Atelierbesuch war die Entscheidung schnell gefallen. Es sollten großformatige Bilder sein, die an Meer und Feuer erinnern. Seaside IV und I see fire erwiesen sich als das perfekte Paar für eine der großen Wände des „Begur“. In Schattenfugen gerahmt machten sie sich auf den Weg und ergänzen seit einer Woche das Flair des Lokals auf ganz wunderbare Weise. Ich gebe zu, ich war begeistert von der Wirkung – und ich freue mich riesig, dass ich die Bilder dort zeigen und so auf meine Arbeiten aufmerksam machen darf. Sowohl Seaside IV als auch I see fire kann man übrigens noch kaufen.

Die Bilder werden in Kürze noch Gesellschaft durch ein Ölbild von mir bekommen, das einen Platz an einer anderen Wand bekommen wird. Insight muss aber noch ein wenig trocknen … Ich werde berichten, wenn auch dieses Bild an Ort und Stelle angekommen ist.

PS: Die Zitronentarte nennt sich Luz de limón, das Restaurant Begur findet ihr am Weigandufer 36 in 12059 Berlin und einen Blick ins Ambiente und in die Speisekarte könnt ihr hier werfen. Empfehlung!

  • Restaurant Begur, Berlin. Noch ohne meine Bilder.
  • Im Restaurant Begur, Berlin. Bilder aufhängen.
  • Restaurant Begur, Berlin. Bilder "I see fire" und "Seaside IV" von Claire Marin.

 

 

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Als Künstler erfolgreich sein – um jeden Preis? / How to become a famous artist

Aquarell auf Papier, Claire Marin, 2015Ich wurde gestern gefragt, ob Kunst unbedingt schockieren muss, um Aufmerksamkeit zu erregen. Muss man auf Teufel komm raus provozieren? Oder kann ein Künstler auch erfolgreich sein, ohne den Rahmen zu sprengen?

Meiner Meinung nach: Ja! Unbedingt sogar! Erfolg durch Zurückhaltung ist möglich – und aus meiner Sicht erstrebenswert. Wir leben in einer Welt, in der die Reize immer heftiger, immer schneller, immer lauter werden. Das Tempo erhöht sich, die Aufmerksamkeitsspannen sinken permanent und die Informationsflut wird zu einer echten Herausforderung. Ich plädiere dafür, dass Kunst in diesem schrillen Kasperletheater ausdrücklich eine Ausnahme sein darf. Sie darf schön sein, leise und scheu. Sie darf gerade durch Zurückhaltung für sich einnehmen und sie darf Aussagen treffen und Botschaften verbreiten, ohne dabei zu brüllen. Ich selbst kreiere ganz bewusst stille Kunst – weil sie mir liegt und weiß sie zu mir passt. Das Aquarell rechts ist ein Beispiel dafür. Weitere Bilder von mir findest du in meinem Portfolio.

Ich weiß, dass es da draußen eine Menge Menschen gibt, die genau diese Werke zu schätzen wissen. Mir ist dabei vollkommen egal, ob das aus marketingstrategischer Sicht sinnvoll ist.

Kunst muss nichts und darf alles.

Gerade Independent-Künstler scheinen oft der Meinung zu sein, alle anderen übertrumpfen zu müssen, um überhaupt gesehen zu werden. Der Markt ist überflutet von guter Kunst – wie sonst, wenn nicht durch schockierende oder provozierende Arbeiten soll man die Menschen überhaupt noch für sich interessieren?

Ja, natürlich gibt es diese Nische und natürlich hat auch sie ihre Berechtigung. Ich halte sie nur nicht für das einzig seligmachende Mittel auf dem Weg zum Erfolg. Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Künstler auf dem Markt die Sammler findet, die zu ihm passen. Wer (aus Überzeugung) schockierende Kunst produziert, findet Sammler, die nach schockierender Kunst lechzen. Wer stille Kunst anbietet, weil diese Form der Arbeiten ihm entspricht, findet die Sammler, die eben diese stille Kunst lieben. Es gibt kein richtig oder falsch – es gibt lediglich viele wunderbare Ausdrucksmöglichkeiten. Alles, worum wir uns bemühen müssen, ist Authentizität. Gute Arbeiten abzuliefern, in denen sich die eigene Seele zeigt, überzeugt auf Dauer wesentlich mehr als ein radikal verstörendes Strohfeuer, das nur entstand, weil man glaubte, dem Irrlicht der unbedingt nötigen Provokation folgen zu müssen.

Übrigens – wann immer ich erfolgreich war, führt mich mein Weg zum Beispiel ins Berliner KaDeWe – gerne in die wunderbare Gourmetabteilung. Heute stehen die Chance gut, mich dort mit einem Glas Champagner in der Hand anzutreffen. Der Grund dafür bleibt mein kleines Geheimnis … Man muss es sich – neben all der Arbeit – auch gutgehen lassen können ;-) Wenn du auf der Suche nach etwas Besonderem bist, schau einfach einmal im KaDeWe-Onlineshop vorbei. Mit jedem Einkauf dort unterstützt du mich und meine Kunst, was mich sehr freuen würde.



Was denkst du? Muss Kunst provozieren, um erfolgreich auf dem Kunstmarkt zu bestehen? Was ist dir wichtig? Womit kann eine Künstlerin oder ein Künstler dich wirklich begeistern? Schreib mir einen Kommentar dazu!


What do you think – has art to be shocking? Is it possible for an artist to be successful without deliberate provocation?

In my opinion, yes. Absolutely! In todays world, it seems like stimuli always have to get more violent, faster, louder. We live on cyberspeed, attention spans decrease and the permanent information overload is really challenging.

I’m in favour that art, explicitly, can make a difference. It is allowed to be beautiful, quiet and shy. It is allowed to capture our interest by behaving with integrity and discretion. Of course art should always contain a message and be proud share it with the world – but this can occur without shouting. I do art which ist silent and I know, there are many people out there that really appreciate my works – because it is quiet and shy. I don’t care if anybody says, art (and art marketing) should be loud, provocative or disturbing. That’s just not my cup of tea. (By the way, the waterpainting on the right is one of my very quiet works … you find more of my artworks in my Portfolio.

Art can do everything without being bound to anything. Especially Independent artists often think they have to be loud when they want to be heard at all. The art market is flooded with good art – how else if not intended by shocking or provocative work you one be interesting?

Yes, of course there is this niche but I don’t think think it’s the only road to success. It is my firm belief that every artist finds collectors who suit him. Who produces shocking arts will be found by collectors who are hungry for shocking art. Anyone offering silent art, because this type of work suits him or her better, will be loved by collectors who just love silent art.

There are only so many wonderful possibilities of expression. Stay authentic. To always deliver good work, in which one’s soul is convinced, will be more successfull in the long run than to jump on the bandwagon although it might not head to the destination where you want to be.

What do you think? Has art to be provocative and loud? What kind of art (and artmarketing) do you prefer? And what has an artist to do to impress you? Let me know by writing a comment :-)

 

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