Posts Tagged: Art

Fragmente in Öl

Ich habe lange Zeit Bilder gemalt, bei denen es mir um ein möglichst harmonisches Zusammenspiel ging. Keine scharfen Kanten oder abrupten Übergänge, stattdessen ein fließendes Ineinanderfinden der Farben. Im Moment beschäftigt mich allerdings genau das Gegenteil: Kontraste, Schnitte, Abgrenzungen, Trennungen.

Eines der Bilder, die im Zuge dieser Zeit-und Seelenqualität entstanden sind, ist „What’s left?“. Ich habe es genossen, mich auf einem Quadratmeter Leinwand mit Ölfarben auszutoben, zu sehen, wie sich Schicht für Schicht in Spachteltechnik entwickelt und während des Malens große Dynamik quasi aus dem Nichts entsteht. Nun hängt das Bild bei mir an der Wand und erinnert mich an geborstene Eisschollen, an Vergissmeinnicht, an fragmentarische Träume und an arktische Kälte.

Woran lässt es dich denken?

What's left. 100x100x3

What’s left? Öl auf Leinwand. 100cmx100cmx3cm. ©Claire Marin, 2016.

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Das Meer ruft

In letzter Zeit kam mir das Meer oft in die Gedanken – und alles, was mich beschäftigt, findet gerne den Weg auf die Leinwand. Normalerweise male ich abstrakt, für das Meer mache ich aber gerne Ausnahmen. Hier zwei Bilder, die in den letzten Wochen entstanden sind: Öl auf Leinwand.

Ich habe die Bilder in schlichte Schattenfugenrahmen gesetzt, weil ich finde, dass sie so noch besser zur Geltung kommen. Und bei Interesse: Beide Bilder sind noch zu haben :-)

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Sea I. Oil on canvas. 40cm x 50cm. ©Claire Marin, 2016

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Sea II. Oil on canvas. 40cm x40cm. ©Claire Marin, 2016

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Von der Schönheit der sozialen Netzwerke

ClaireWow … Was für ein fulminanter Start!

Als ich gestern den Blogpost zur Versteigerung meines Bildes „Blue & Gold“ schrieb, hatte ich absolut keine Ahnung, was aus der Sache werden würde. Ich wollte mir auch nicht allzu große Hoffnungen machen, denn das Thema Eierstockkrebs ist zugegeben sehr speziell und es hätte durchaus sein können, dass sich absolut niemand dafür interessiert. Für mich ist das Thema wichtig – aber das bedeutet natürlich nicht, dass es auch anderen so gehen muss. Dennoch wollte ich diese Aktion – die Versteigerung eines meiner Bilder, um den Erlös dann an die Deutsche Stiftung Eierstockkrebs zu spenden – endlich in die Tat umsetzen. Beschäftigt hat mich diese Idee schon seit Monaten. (Wer dieses Projekt bisher nicht mitbekommen hat, über den Link oben kommt ihr zum ursprünglichen Blogbeitrag).

Tja, was soll ich sagen – ich stellte die Aktion auf Twitter vor und dann ging alles rasend schnell. Mir wurde zwischenzeitlich fast ein wenig schwindelig vor Freude! Nach 2 Stunden standen wir bereits bei einem Gebot von 300,- Euro für das Bild – und die Versteigerung läuft ja noch einige Tage.

Ich bin sehr dankbar für die unglaubliche Unterstützung, die diese Aktion auf Twitter erfahren hat. Es gab jede Menge Retweets und Sternchen (Oh, pardon – es sind ja inzwischen Herzchen … daran gewöhne ich mich wohl nie …) und jeder einzelne hat mit seiner Anteilnahme dazu beigetragen, das Thema Eierstockkrebs etwas mehr in den Fokus zu rücken. Danke dafür – und für die begeisterten Kommentare zum Bild, die mir von so vielen geschickt wurden. Es freut mich wahnsinnig, dass meine Kunst euch gefällt und dass ich auf diese Weise das Leben ein klein wenig schöner machen kann.

Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Aktion in den kommenden Tagen noch entwickelt – aber ihr seht jetzt schon eine sehr, sehr glückliche Claire! Danke für eure Unterstützung, eure Anregungen, eure Gebote für das Bild – und vor allem danke, dass ihr da seid und Twitter zu einem so lebendigen und wundervoll herzlichen Ort macht!

Ich wünsche euch allen einen zauberhaften, erfüllten und liebevollen Tag.

*Claire

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Verstand contra Herz – Warum malen nicht gleich malen ist

Ich habe in letzter Zeit unglaublich viel an neuen Bildern gearbeitet – aus Gründen. Das kommende Frühjahr bringt eine Ausstellung, die für mich eine wirkliche Herausforderung ist. Ich freue mich darauf und werde beizeiten auch hier mehr darüber berichten – aber zugleich überfällt mich auch ein wenig Panik, wenn ich daran denke. Es gibt noch so viel zu tun und so vieles zu entscheiden: Welche Art von Bildern möchte ich präsentieren? Was ist mir wichtig? Wie nutze ich diese Chance am besten?

What are you waiting for? Oilpainting. Detail. Claire Marin 2015.

Ein internationales Publikum wird meine Arbeiten zu sehen bekommen und da ist es mit „Ich stelle einfach irgendwas aus“ eben nicht getan. Die Perfektionistin in mir möchte, dass die Ausstellung besonders wird und die dort gezeigten Arbeiten neugierig machen. Ich möchte Menschen für meine Bilder begeistern, ins Gespräch kommen, Neues erfahren und vor allem mit meiner Kunst ganz viel geben. Zugleich ist aber auch der innere Zweifler immer wieder an vorderster Front dabei. Er sagt: „Das ist albern! Du hast nicht mal Kunst studiert! Sie werden dich auslachen! Du hast jetzt schon verloren!“

Gemini I. Oil on canvas. Claire Marin 2015.

In diesem Zwischenreich von Vorfreude und Druck kann es sehr schwer sein, die nötige Leichtigkeit zu bewahren. Im Atelier passiert dann etwas sehr Interessantes. Wenn ich versuche, mit dem Verstand an die Erschaffung neuer Bilder für die Ausstellung zu gehen, dann blockiert etwas in mir. Ich habe ein Konzept, ich weiß wie ich es umsetzen muss, ich male – aber den Bildern fehlt die Seele. Sie sind hübsch anzusehen, teilweise technisch wirklich anspruchsvoll – aber das war es dann auch. Es fehlt der Funke, der sie besonders macht, die innere Stimme, das Glühen. Es ist, als würde man einen Kasten mit einer Sammlung toter Schmetterlinge ansehen – während man eigentlich darauf hofft, dass sie zu fliegen beginnen.

Sobald ich den Gedanken an die Ausstellung loslasse und mich frei mache von den Ansprüchen, die ich an mich selbst stelle, beginnt etwas zu Fließen. Die Bilder sind dann vielleicht nicht so ausgefeilt, nicht so gewitzt, nicht so „sophisticated“. Aber sie sind ehrlich. Sie kommen aus meinem Inneren.

Into the blue. Oil on canvas. Claire Marin, 2015

Meine Herausforderung der nächsten zwei Monate wird also sein, Bilder zu malen, in deren Farben mein Inneres leuchtet. Alles andere wäre sinnlos. Ich möchte keine toten Schmetterlinge ausstellen. Wie ich das meinem inneren Kritiker dauerhaft beibringe, wird sich noch zeigen. Heute aber zumindest schweigt er.

PS: In diesem Blogbeitrag sind übrigens nur Bilder zu sehen, bei denen der Funke während des Arbeitens übergesprungen ist. Ob diese dann den Weg in die Ausstellung finden, wird sich zeigen. Momentan ist noch alles in der Erkundung.

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Meine Bilder im Berliner Restaurant „Begur“

Luz de limón, Restaurant Begur.Manchmal bringt der Zufall die schönsten Kooperationen … Und mich zudem in den Genuss der besten Zitronentarte, die ich jemals kosten durfte.

Worum geht es? Um die interessanten Wege der sozialen Netzwerke. In diesem Fall hat Twitter den Blauen Salon mit einem wunderbaren Restaurant zusammengebracht, dessen katalanische Küche ihr unbedingt einmal kosten solltet, wenn ihr in Berlin seid. Das „Begur“ liegt im angesagten Neuköllner Szenekiez und bietet neben tollen Weinen und gutem Kaffee wirklich hervorragendes Essen in schönem Ambiente. Was dem „Begur“ aber bis vor Kurzem noch fehlte, waren einige Bilder an den Wänden.

Und hier kam ich ins Spiel. Beim Atelierbesuch war die Entscheidung schnell gefallen. Es sollten großformatige Bilder sein, die an Meer und Feuer erinnern. Seaside IV und I see fire erwiesen sich als das perfekte Paar für eine der großen Wände des „Begur“. In Schattenfugen gerahmt machten sie sich auf den Weg und ergänzen seit einer Woche das Flair des Lokals auf ganz wunderbare Weise. Ich gebe zu, ich war begeistert von der Wirkung – und ich freue mich riesig, dass ich die Bilder dort zeigen und so auf meine Arbeiten aufmerksam machen darf. Sowohl Seaside IV als auch I see fire kann man übrigens noch kaufen.

Die Bilder werden in Kürze noch Gesellschaft durch ein Ölbild von mir bekommen, das einen Platz an einer anderen Wand bekommen wird. Insight muss aber noch ein wenig trocknen … Ich werde berichten, wenn auch dieses Bild an Ort und Stelle angekommen ist.

PS: Die Zitronentarte nennt sich Luz de limón, das Restaurant Begur findet ihr am Weigandufer 36 in 12059 Berlin und einen Blick ins Ambiente und in die Speisekarte könnt ihr hier werfen. Empfehlung!

  • Restaurant Begur, Berlin. Noch ohne meine Bilder.
  • Im Restaurant Begur, Berlin. Bilder aufhängen.
  • Restaurant Begur, Berlin. Bilder "I see fire" und "Seaside IV" von Claire Marin.

 

 

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Salongespräch mit einer Dame in Lila

In unregelmäßigen Abständen bekommt der Blaue Salon Besuch von befreundeten Künstlerinnen und Künstlern. Ich freue mich sehr, dass ich heute eine Freundin aus der Ukraine vorstellen darf, deren wunderbare Bilder mich immer wieder begeistern. Lasst euch überraschen im Salongespräch mit Lila Dame.

Stell dich bitte kurz vor – wo lebst du, was liebst du?

Lila DameIch bin Ukrainerin und lebe in der Stadt Lviv, wo ich Design studiere. In meiner Freizeit male ich, besuche Museen und Kunstausstellungen, ich gehe gerne wandern oder tausche mich mit meinen Freunden im In- und Ausland aus.

Seit wann malst du und wie bist du dazu gekommen?

Als ich 5 Jahre alt war, besuchte ich eine Kunstschule. Die ersten künstlerischen Materialien, mit denen ich zu arbeiten begann, waren Tusche, Aquarellfarben und Gouache. Ich malte damals auf Papier und auf Leinwand. Ich erinnere mich noch sehr gut an das erste Bild, das ich mit Tusche gemalt habe. Es war das Portrait einer ukrainischen Frau in Tracht mit vielen Blumen im Haar. Seit diesem Moment begleitet mich die Tuschemalerei. Neben der Malerei mache ich Applikationen, Origami und verschiedene Formen aus Holz und Lehm. Ich habe an vielen Kunstwettbewerben teilgenommen und war in dem Bereich auch sehr erfolgreich. Das hat mich sehr gefreut und den Wunsch geweckt, mich noch mehr ins Malen vertiefen.

Tusche, Aquarell

Tusche, Aquarell © Lila Dame

 

Mit meinen Bildern möchte ich Menschen zum Denken anregen und Erinnerungen auslösen. Außerdem fasziniert mich immer die Schönheit des Moments. Diesen möchte ich einfangen.

 

 

Gibt es Dinge, die dich in deiner Kunst blockieren? Wie gehst du damit um?

Ja, es gibt auch Blockaden. Wenn ich ein Bild beginne, kann es passieren, dass es mir im weiteren Malprozess nicht mehr gefällt. Manchmal ist es dann wirklich schwer, das Bild zu beenden. Ich muss dann meine Kraft und Konzentration zusammennehmen und trotzdem weiter malen. Es passiert auch, dass ich mit einem Ergebnis nicht zufrieden bin. Manchmal dauert es dann eine Weile und ich muss Zeit vergehen lassen, um später mit einem anderen Blick auf das Bild zu sehen.

 

Jeder Künstler arbeitet anders. Gibt es ein Medium, mit dem du besonders gerne malst? Warum?

Es gibt bei mir zwei besondere Medien. Wie ich schon erwähnt habe, ist das zum einen Tusche, zum anderen aber auch Ölfarbe. Mit Tusche male ich besonders gerne, weil ich die Effekte mag, die sie erzeugt. Die Bilder sehen einfach gut aus – selbst, wenn man sich einmal weniger Mühe gibt.

An Ölfarbe gefällt mir die Konsistenz, wie sie riecht und wie sie sich auf die Leinwand oder auf den Karton legt.

 

 

Was möchtest du in deinem Leben unbedingt noch tun? Wovon träumst du?

Ich möchte eine gute Designerin werden. Und ich träume von einem Studium im Ausland, das wäre spannend.

 

Du malst ja viel – nutzt du auch noch andere künstlerische Ausdrucksformen?

Ja, ich arbeite sehr gerne auch noch mit Grafik und Skulptur.

 

Oelfarben, Acryl, Origami

Ölfarben, Acryl, Origami. ©Lila Dame

 

Hast du Vorbilder? Wenn ja, welche? Und warum ausgerechnet diese?

Vorbilder habe ich nicht direkt, weil ich gerne meinen eigenen Stil schaffen möchte. Aber ich mag den Impressionismus sehr. Mir gefallen die Bilder vom Paul Cézanne, Claude Monet oder Paul Gauguin. Sie spielten so wunderschön mit Farben.

Es gibt auch einige ukrainische Künstler, die ich sehr mag: Oleksa Nowakiwskij (Олекса Новаківський) zum Beispiel. Seine Bilder sind sehr „lebendig“.

Karlo Swirynskyj (Карло Звіринський) ist auch ein genialer Künstler. Ich staune, welch‘ moderne Bilder er malte – und das in einer Zeit, als ukrainische Künstler von der Welt und jeder Information von außen isoliert wurden.

Kateryna Bilokur (Катерина Білокур) ist ein Genie, was das Malen von Blumen angeht. Übrigens wurde ihr Talent auch von Pablo Picasso bemerkt, was wirklich interessant ist.

Die Karpaten 2015, Oelfarben

Die Karpaten. 2015, Ölfarben. ©Lila Dame

 

Die Natur, Fotos und die Bilder von anderen Künstlern inspirieren mich.

Stillleben, Guasch

Stilleben, Gouache ©Lila Dame

Wenn du eine Zeitreise machen könntest – wo würden wir dich treffen? Mit wem?

Wenn ich eine Zeitreise machen könnte, würdet ihr mich in New York, im Jahr 1950, mitten im Bronx Zoo treffen. Dort würde ich bei Jacques (Jakiw) Hnizdovsky (Яків Гніздовський) sitzen und beobachten, wie er an einem seiner berühmten Holzschnitte von den Tieren arbeitet.


 

Gefallen euch die Arbeiten von der Lila Dame? Mehr von ihr findet ihr auf ihrem Twitteraccount. Sie verkauft ihre Bilder übrigens auch – scheut euch also nicht, sie anzuschreiben :-)

 

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Vom Umgang mit den Zweifeln

Ich bin von Geburt an eine wahre Königin der Zweifel. Ach was – eine Kaiserin. Mit der größten Funkelglitzerzweifelkrone, die in diesem Universum erhältlich war. Was auch immer jemand an meiner Kunst oder meinen Büchern kritisiert – es kann davon ausgegangen werden, dass ich diese Kritik vorher selbst gegen mich angebracht habe … Und im Zuge dessen zu stellenweise vernichtenden Urteilen kam. Da fragt man sich doch, warum ich trotzdem weitermache, oder? Was treibt einen an? Welche Kraft steckt dahinter? Wieso tut man sich das an, wenn man es doch so viel leichter haben könnte?

Weil Kreativität stärker ist. Sie gewinnt immer. Man muss sie nur lassen … (Das Bild links ist übrigens der aktuellste Beweis für wildgewordene Zweifel. Es zeigte einmal einen Nachtgarten mit weißen Blüten. Diese Blüten waren aber – so zumindest mein innerer Zweifler – absolut nicht gut genug. Auch nicht nach dem fünften Versuch. Und so sieht man hier eine Leinwand, die darauf wartet, dass mein in Bezug auf weiße Blüten angeknackstes Kompetenzgefühl sich wieder aus der Reserve wagt …)

Entwurf ...Zweifeln ist eine ebenso wertvolle wie lästige Angewohnheit – es kommt schlicht und einfach darauf an, wie man damit umgeht. Zweifler reflektieren mehr, sind offen für Weiterentwicklung, lernen ständig dazu. Menschen ohne jeden Zweifel hingegen sind (meiner Meinung nach) absolut unerträglich. Ohne Zweifel erfolgt kein Fortschritt, kein Wagnis, kein Sich-Selbst-Herausfordern. Man ist sich mit dem, was man kann und von sich hält, mehr als genug. Warum sollte dann noch Neues entstehen? Was sollte sich entwickeln? Trotzdem ist das kein Freibrief für hemmungsloses Zweifeln. Zweifel lähmen, wo doch eigentlich etwas vorangehen sollte. Zweifel blockieren Schönheit, Freiheit, Expansion. Und Zweifel untergraben systematisch Selbstwert, wenn man ihnen zu viel Auslauf gewährt.

Ich habe mir angewöhnt, meine Zweifel als Anlass zu sehen, stets noch ein wenig besser zu werden als zuvor. Das gelingt nicht immer, aber die Haltung zählt. Für produktive Kritik bin ich dankbar und gegen Kritik unterhalb der Gürtellinie gab mir ein weiser Mensch einmal einen sehr hilfreichen Hinweis: „Nimm nur Kritik von jemandem an, der es auf dem Gebiet, in dem er dich kritisiert, zu mehr gebracht hat als du selbst.“

Ja. Es kann so einfach sein. Übrigens unterziehe ich auch meine Zweifel inzwischen dieser Feuerprobe. Und solange diese Zweifel nicht überzeugendere Bücher schreiben und ausdrucksvollere Bilder malen als ich selbst, erlaube ich uns höchstens einen Disput auf Augenhöhe. Während ich weiter daran arbeite, besser zu werden. Momentan im weiten Feld weißer Blüten …

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Ein kalter Regentag. Ein stilles Inneres. Ein Blumenbild aus der Nacht.

Heute war der erste kalte Regentag dieses Herbstes. Während triste Bindfäden vom Berliner Himmel fielen und in meiner Küche eine Chet Baker-Platte lief, saß ich gegen Mittag mit einer Tasse Jasmintee am Fenster und überlegte, wie ich diesen Mittwoch am besten nutzen könnte.

Für mich ist Regen ein Geschenk. Er lässt die Stadt still werden und verschleiert die Dringlichkeit der alltäglichen Dinge. Bei Regen werde ich innerlich absolut ruhig. Das hat definitiv auch Auswirkungen auf die Bilder, die an solchen Tagen entstehen. Heute war es ein Acrylbild mit einem Blumenmotiv, das ich seit letzter Nacht im Kopf hatte. Die Serie über die nächtlichen Gärten beschäftigt mich und so ist wohl auch zu erklären, dass ich in der vergangenen Nacht träumend in einen solchen verwilderten Garten hineingeriet.

Ich habe versucht, die Eindrücke des Traumes in diesem Bild einzufangen und es während des Malens wirklich genossen, mit den dunklen, satten Farben zu spielen. Wieder einmal bestätigt sich für mich, dass Bilder aus allen möglichen Inspirationsquellen schöpfen. In diesem Fall war es eben ein Traum, in dem Pfingstrosen eine Rolle spielten.

Blumen gehören eigentlich nicht zu meinem bevorzugten Repertoire, aber mir hat das heute eine große innere Freude bereitet. Das Bild entstand (wie so oft bei mir) mit dem Malmesser. Ich mag die rasche Art, in der man damit arbeiten kann, das flächige Ausbreiten und die mehr oder weniger groben Strukturen, die dynamisch im Bild entstehen. Und ich bin wirklich sehr gespannt, wohin mich die Reise mit dieser Nachtgartenserie noch führt. Vielleicht verrät ja einer der nächsten Träume mehr …

Peonies at night. Acryl auf Leinwand. 50cm x 50cm. © Claire Marin, 2015.

Peonies at night. Acryl auf Leinwand. 50cm x 50cm. © Claire Marin, 2015.

 

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Nachtgärten

Die Weihnachtszeit kommt näher – und ich wurde letztens von einem Künstlerfreund gefragt, ob ich denn schon fleißig dabei wäre, Arbeiten für das Weihnachtsgeschäft herzustellen. Ich fiel aus allen Wolken, um ehrlich zu sein. Weihnachtsgeschäft? Bin ich ein Supermarkt? Der Gedanke verwirrte mich, denn ich hatte bisher nie darüber nachgedacht, dass auch eine Malerin selbstverständlich für bestimmte Zeiten im Jahr bestimmte Arbeiten herstellen und diese anbieten kann. Ich fragte mich, was sich für mich richtig und gut anfühlen würde – und landete bei dem Entschluss, eine Serie kleinerer Bilder zu malen, die sich alle mit nächtlichen Gärten beschäftigen. Dieses Thema verfolgt mich schon länger und natürlich habe ich meine eigene Art, Nachtgärten darzustellen. Wie immer geht es mir mehr um die Atmosphäre als um konkrete, realitätsgenaue Abbildungen.

Nachdem ich einige Skizzen angefertigt und das Thema eine Weile in meinem Kopf bewegt hatte, begann ich mit den Bildern. Ich entschied mich für Aryl auf Leinwand und die vorwiegende Verwendung von Malmessern statt Pinseln. Es gibt Bilder, die in vielen Arbeitsschritten entstehen, mit längeren Pausen zwischen den einzelnen Sessions – die Nachtgärten entwickeln sich dagegen in einem Fluss. Ich tauche ins Malen ein, lasse die Farbe fließen, erarbeite Flächen und Abgrenzungen und spiele mit den Kontrasten der sich überlagernden Schichten. Da Acrylfarbe sehr schnell trocknet, ist es ein zügiges und sehr konzentriertes Arbeiten, fast eine Meditation in Bewegung. Man kann sich kein Zaudern erlauben - und das erzeugt eine spezielle Art von Bildern.

Bisher sind drei Bilder entstanden und es hat mir sehr viel Freude gemacht. Es werden sicher noch einige folgen. Die Nachtfarben liegen mir und die geometrischen Formen erinnern ein wenig an meine Kreidezeichnungen, bei denen ich üblicherweise sehr viel mit Geometrik arbeite. Ich glaube übrigens, dass die Nachtgärten in schlichten schwarzen Schattenfugenrahmen wunderbar zur Geltung kommen werden - diese gibt es u.a. bei Canvasi.

In der folgenden Galerie könnt ihr die fertigen Bilder sehen und findet (immer direkt im Anschluss an das Bild) eine Aufnahme von Details. Und ja - die Bilder sind natürlich zu erwerben! Wenn ihr euch für eines interessiert (oder jemanden kennt, der sich dafür interessieren könnte), schickt einfach eine Mail an claireart@gmx-topmail.de. Ich bin übrigens irrsinnig nett ;-) Oder ihr empfehlt meine Seite bzw diesen Blogpost weiter, was mich ebenfalls sehr freuen würde.

Die Bilder sind 30cm x 40cm groß und für 99,- Euro pro Stück (ungerahmt, Leinwand auf Keilrahmen) zu haben. Warum so günstig im Vergleich zu meinen sonstigen Werken? Weil es eine Weihnachtsserie ist - und da gelten eben ganz besondere Bedingungen :-)

Nachtgarten 1- 3. Acryl auf Leinwand, 30cm x 40cm.

  • Nachtgarten 1. © Claire Marin, 2015.
  • Detail aus Nachtgarten 1 von Claire Marin
  • Nachtgarten 2. © Claire Marin, 2015.
  • Detail aus Nachtgarten 2 von Claire Marin
  • Nachtgarten 3. © Claire Marin, 2015.
  • Detail aus Nachtgarten 3 von Claire Marin
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Briefe von Vincent van Gogh / Vincent van Gogh – The letters

Vincent van Gogh letterWenige Künstler haben das Bild des wahnsinnigen Genies so geprägt wie Vincent van Gogh. Sobald dieser Name fällt, denkt man an Sonnenblumen, an Sternenhimmel – aber auch an ein abgeschnittenes Ohr und einen hungerleidenden Künstler, der zu Lebzeiten kaum etwas verkaufte und der durch seine Post-Impressionistischen Bilder dennoch zu einem der wichtigsten Wegbereiter für die späteren Expressionisten und Fauvisten wurde.

Ich bin mit großer Begeisterung auf die Sammlung der Briefwechsel Vincent van Goghs gestoßen, die im Internet frei zugänglich sind. Sich in die Korrespondenz dieses Malers zu vertiefen ist faszinierend. Ich fand (bisher …) keine Spur von Wahnsinn in den Briefen, dafür aber eine sensible Seele mit beeindruckender Beobachtungsgabe; einen Künstler, der mit großer Ernsthaftigkeit an seinen Werken arbeitete.

Mir persönlich gibt dieser Einblick in ein solches Leben sehr viel. Es ist, als würde man diese Ausnahmepersönlichkeit still begleiten und dabei staunend ganz viel einfach nur durch Beobachtung und Zuhören lernen. Zugleich zeigt sich oft eine große Wärme in den Briefen, die mich lächeln ließ.

Diese virtuelle Schatzkiste ist deshalb die heutige Empfehlung des Blauen Salons für alle, die Vincent van Gogh einmal aus ganz anderer Warte erleben möchten. Und als kleinen Vorgeschmack zitiere ich hier einen Auszug aus einem Brief an seinen Bruder Theo van Gogh, geschrieben im Juni 1888 aus Les Saintes-Maries-de-la-Mer.

I took a walk along the seashore one night, on the deserted beach. It wasn’t cheerful, but not sad either, it was — beautiful.

The sky, a deep blue, was flecked with clouds of a deeper blue than primary blue, an intense cobalt, and with others that were a lighter blue — like the blue whiteness of milky ways. Against the blue background stars twinkled, bright, greenish, white, light pink — brighter, more glittering, more like precious stones than at home — even in Paris.

So it seems fair to talk about opals, emeralds, lapis, rubies, sapphires. The sea a very deep ultramarine — the beach a mauvish and pale reddish shade, it seemed to me — with bushes. In addition to half-sheet drawings I have a large drawing, the pendant of the last one.11

More soon, I hope. Handshake.

 Ever yours,

Vincent

Vincent van Gogh – once his name is mentioned, one thinks of sunflowers or starry nights – but also of an cut-off-ear. He’s the starving artist who hardly sold anything but became one of the most important precursors for Expressionists and Fauves.

I highly recommend the correspondence of Vincent van Gogh which can be found on the Internet for free. It's fascinating to delve into the letters
of this great painter. I found (so far ... ) no trace of madness, but a sensitive soul with impressive powers of observation; an artist who worked on
his paintings with great seriousness. For me, this insight is absolutely inspiring. It's like going for a walk with this exceptional personality and
learning a lot through observing and listening. 

Have a look at thisvirtual treasure chest when you're interested in van Gogh. Here's an excerpt from a letter to his brother Theo, written in June
1888 from Les Saintes-Maries-de-la-Mer.
I took a walk along the seashore one night, on the deserted beach. It wasn’t cheerful, but not sad either, it was — beautiful.

The sky, a deep blue, was flecked with clouds of a deeper blue than primary blue, an intense cobalt, and with others that were a lighter blue — like the blue whiteness of milky ways. Against the blue background stars twinkled, bright, greenish, white, light pink — brighter, more glittering, more like precious stones than at home — even in Paris.

So it seems fair to talk about opals, emeralds, lapis, rubies, sapphires. The sea a very deep ultramarine — the beach a mauvish and pale reddish shade, it seemed to me — with bushes. In addition to half-sheet drawings I have a large drawing, the pendant of the last one.11

More soon, I hope. Handshake.

Ever yours,

Vincent

 

 
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