Kunst gegen Krebs – Der Blaue Salon versteigert ein Bild

2011, im April.

Es war ein Freitagnachmittag, an dem meine Mutter mich anrief und sagte: „Mit mir stimmt etwas nicht. Ich weiß nicht, was es ist – aber irgendwas stimmt nicht.“

Sie hatte Schmerzen. In den Monaten zuvor hatte sie gelegentlich über Erschöpfung geklagt, doch sie schob es auf den Job. Sie hatte an Bauchumfang zugelegt, schob das aber auf zu viele Süßigkeiten und zu wenig Bewegung während der Wintermonate – und hatte mir davon auch nie etwas erzählt. Wir lebten in unterschiedlichen Städten, hatten uns eine Weile nicht gesehen – und wenn ich mit ihr telefonierte, klang sie fröhlich. Meine Mutter gehörte zu den Menschen, die niemals wollen, dass andere sich Sorgen um sie machen. Dass sie nun zugab, sich schlecht zu fühlen, beunruhigte mich zutiefst.

Einen Tag später suchte sie die Notaufnahme auf, weil die Schmerzen unerträglich wurden. Zwei Tage später wussten wir, dass der gewachsene Bauchumfang nicht Fett war, sondern Wasser. Fast 5 Liter hatten sich in ihrem Bauchraum angesammelt. Noch einige Tage und etliche Untersuchungen später bekamen wir die Gewissheit, dass es Eierstockkrebs war –  in einem sehr weit fortgeschrittenen Stadium. Es folgten mehrere Operationen, 3 verschiedene Chemotherapien, endlose Krankenhausaufenthalte, Hoffnung und Angst, durchgeweinte Nächte, eine kostbare und liebevolle letzte Zeit. 16 Monate nach der Diagnose starb meine Mutter auf der Palliativstation des Hamburger Universitätsklinikums. Ich hatte das große Glück, in den letzten Tagen bei ihr sein zu dürfen und sie im Arm zu halten, als sie schließlich ging.

Warum berichte ich hier davon?

Weil ich schon länger etwas in den Gedanken bewege. Eierstockkrebs ist die siebthäufigste Tumorart bei Frauen – und eine der aggressivsten. Da das Ovarialkarzinom sich über lange Zeit „ungestört“ im Bauchraum ausbreiten kann, entstehen anfangs keine Symptome – es wird also in den meisten Fällen viel zu spät entdeckt, auch wenn Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrgenommen werden. Die Überlebensaussichten von Patientinnen mit Eierstockkrebs sind eher schlecht: das relative 5-Jahres-Überleben liegt derzeit bei etwa 42 Prozent.

Forschung ist wichtig, um die Früherkennung dieser Tumorart und die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. Es gibt beim Ovarialkarzinom noch viel zu tun und ich möchte gerne etwas dazu beitragen, indem ich eines meiner Ölbilder versteigere. Der Erlös wird an die Deutsche Stiftung Eierstockkrebs gehen. Die Stiftung sorgt nicht nur dafür, dass Patienten und Angehörige besser aufgeklärt werden, sie fördert auch innovative Forschungsprojekte in den Bereichen Tumorbiologie, Diagnostik, Therapie und Nachsorge.

Es geht um das Original mit dem Titel „Blue & Gold“. Gemalt wurde es mit Ölfarbe auf Leinwandkarton, die Größe beträgt 30 cm x 40cm. Das Bild ist gerahmt und – im regulären Verkauf –  mehrere hundert Euro wert.

Ihr könnt es bis zum 15. Dezember online ersteigern. Ich werde dazu auf Twitter einen Tweet anlegen, in dem Interessenten ihre Gebote direkt abgeben können. Das Startgebot liegt bei 15 Euro und die Versteigerung endet am 15. Dezember um 18 Uhr.

Was das konkret bedeutet? Ihr bekommt hier nicht nur die Möglichkeit, eines meiner Originale für euch zu ersteigern – es ist auch noch für einen guten Zweck! Macht einfach mit :-)

Blue & Gold

Ich würde mich natürlich freuen, wenn möglichst viel Geld für diesen Spendenzweck zusammenkommt und das Bild ein wundervolles neues Zuhause findet. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, ob dieses Projekt für euch interessant ist – vielleicht geht es auch komplett nach hinten los? Vielleicht möchte niemand das Bild haben und ich mache mich zur Vollidiotin?

Möglich. Aber das Risiko gehe ich gerne ein, denn ich weiß, dass meine Mutter sich über diese Aktion von Herzen gefreut hätte. Ich bin keine Ärztin, ich bin nicht in der Forschung tätig – aber ich kann malen und als Künstlerin meine Bilder zu Botschaftern für dieses Thema machen. Wenn es mir auf diese Weise möglich ist, die medizinische Forschung ein klein wenig zu unterstützen, so dass in Zukunft vielleicht auch nur eine einzige Frau mehr davon profitiert, dann bin ich glücklich. Und auf jeden Fall rückt so das Thema etwas in den Fokus. In diesem Sinne macht sich „Blue & Gold“ nun auf die Reise durch die Weiten des Netzes. Ich bin sehr gespannt, was passiert!

Herzlichst,

*Claire

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