Ein kalter Regentag. Ein stilles Inneres. Ein Blumenbild aus der Nacht.

Heute war der erste kalte Regentag dieses Herbstes. Während triste Bindfäden vom Berliner Himmel fielen und in meiner Küche eine Chet Baker-Platte lief, saß ich gegen Mittag mit einer Tasse Jasmintee am Fenster und überlegte, wie ich diesen Mittwoch am besten nutzen könnte.

Für mich ist Regen ein Geschenk. Er lässt die Stadt still werden und verschleiert die Dringlichkeit der alltäglichen Dinge. Bei Regen werde ich innerlich absolut ruhig. Das hat definitiv auch Auswirkungen auf die Bilder, die an solchen Tagen entstehen. Heute war es ein Acrylbild mit einem Blumenmotiv, das ich seit letzter Nacht im Kopf hatte. Die Serie über die nächtlichen Gärten beschäftigt mich und so ist wohl auch zu erklären, dass ich in der vergangenen Nacht träumend in einen solchen verwilderten Garten hineingeriet.

Ich habe versucht, die Eindrücke des Traumes in diesem Bild einzufangen und es während des Malens wirklich genossen, mit den dunklen, satten Farben zu spielen. Wieder einmal bestätigt sich für mich, dass Bilder aus allen möglichen Inspirationsquellen schöpfen. In diesem Fall war es eben ein Traum, in dem Pfingstrosen eine Rolle spielten.

Blumen gehören eigentlich nicht zu meinem bevorzugten Repertoire, aber mir hat das heute eine große innere Freude bereitet. Das Bild entstand (wie so oft bei mir) mit dem Malmesser. Ich mag die rasche Art, in der man damit arbeiten kann, das flächige Ausbreiten und die mehr oder weniger groben Strukturen, die dynamisch im Bild entstehen. Und ich bin wirklich sehr gespannt, wohin mich die Reise mit dieser Nachtgartenserie noch führt. Vielleicht verrät ja einer der nächsten Träume mehr …

Peonies at night. Acryl auf Leinwand. 50cm x 50cm. © Claire Marin, 2015.

Peonies at night. Acryl auf Leinwand. 50cm x 50cm. © Claire Marin, 2015.

 

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