Die richtige Staffelei – welche brauche ich?

Es klingt vielleicht seltsam, aber: Ich hatte noch nie eine Staffelei. Das ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass ich sehr gerne auf dem Boden arbeite. Gerade bei der Arbeit an großformatigen Bildern kann das allerdings zum Kraftakt werden – und wenn man, wie ich, zu lästigem orthostatischem Schwindel neigt, ist das auf Dauer wirklich keine befriedigende Lösung. Es musste also eine Staffelei her – und das war nicht ganz so einfach wie zunächst gedacht.

Das Angebot auf dem Markt ist umwerfend vielseitig. Man bekommt Staffeleien in allen Variationen und diversen Preisklassen. Aus edlem Holz, aus günstigem Holz, aus Alu, zusammenklappbar, transportabel, mit oder ohne allen möglichen Schnickschnack. Ich war gelinde gesagt erst einmal überfordert und überlegte, wie eigentlich die optimale Staffelei für meine Zwecke aussehen muss. Letztendlich führte das zu einigen wenigen zentralen Fragen:

  • Wofür brauche ich sie?
  • Wie male ich?
  • Wo male ich?
  • Was ist mir sonst noch wichtig?

Ihr seht – man kann daraus eine Wissenschaft machen und ganz nebenbei etwas über sich selbst und die eigene Malerei lernen.

Was Claire dabei über Claire klarwurde …

  • Ich male unglaublich gerne großformatige Bilder. Es muss also folglich eine Staffelei her, die auch das mitmacht und sich entsprechend ausklappen lässt.
  • Ich male gerne dynamisch und benutze öfter Malmesser als Pinsel. Die Staffelei muss also Druck vertragen, stabil sein und darf weder wackeln noch umkippen.
  • Ich male gerne in meinen Räumlichkeiten und hasse es, draußen zu arbeiten, wo mir jeder neugierig über die Schulter gucken kann. Es muss also nicht zwingend eine Staffelei her, die bis zur Winzigkeit einklappbar und leicht transportabel ist.
  • Ich liebe Experimente. Die Staffelei sollte das mitmachen.
  • Ich bin Ästhetin. Die Staffelei darf also sehr gerne auch richtig schön aussehen.
  • Ich halte generell nichts von einer Geiz-ist-geil-Mentalität. Minderwertige Ware rächt sich meiner Erfahrung nach eher früher als später. Ich brauche eine vernünftige Staffelei in guter Qualität, die mir bestenfalls ein Leben lang erhalten bleibt. Dafür gebe ich gerne auch etwas mehr Geld aus, wenn ich dafür gut damit arbeiten kann.
  • Ich mag es, je nach Lichteinfall und Stimmung immer wieder meinen Standort im Raum zu wechseln. Die Staffelei sollte sich also problemlos herumschieben lassen können, ohne dabei den Dielenboden zu ruinieren oder die Nachbarn in den Wahnsinn zu treiben.

Letztendlich landete ich nach vielen Vergleichen und sorgfältigem Abwägen bei einer stabilen Profistaffelei. Wer mich kennt, wird sich darüber nicht wundern – ich hasse Billigkäufe ebenso wie Provisorien und ich investiere lieber einmal in Hochwertiges, an dem ich dauerhaft Freude habe, als mehrfach in Ramsch, mit dem ich mich dann doch nur herumärgern muss.

IrmaDieses ist das gute Stück – aktuell auch noch preisreduziert. Ich kann sagen, dass ich den Kauf bisher noch keine Sekunde bereut habe, denn die Staffelei ist genau das, was ich gesucht habe und das Arbeiten damit erweist sich wirklich als pure Freude. Es gibt deutlich günstigere, leichtere oder besser transportable Exemplare auf dem Markt, aber für mich ist diese Staffelei einfach (im Moment) die optimale Lösung. Jemand, der anders malt und daher andere Bedürfnisse an eine Staffelei hat, wird vielleicht mit einem ganz anderen Modell glücklich. Ich bin es mit diesem.

(Der Aufbau entpuppte sich allerdings als Herausforderung, das sei dazugesagt. Die mitgelieferte Anleitung ist der pure Witz. Dazu aber später etwas in einem weiteren Blogartikel – das „Abenteuer Staffeleiaufbau“ war einfach zu schön, um darüber nicht zu schreiben …)

Übrigens mag ich es, Dingen Namen zu geben – vor allem, wenn sie ein Gesicht haben :-) Meine Staffelei heißt – aus Gründen – Irma. Und Irma und ich werden ganz sicher noch jede Menge Wunderbares miteinander erleben.

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