Posts in Category: Painting

Fragmente in Öl

Ich habe lange Zeit Bilder gemalt, bei denen es mir um ein möglichst harmonisches Zusammenspiel ging. Keine scharfen Kanten oder abrupten Übergänge, stattdessen ein fließendes Ineinanderfinden der Farben. Im Moment beschäftigt mich allerdings genau das Gegenteil: Kontraste, Schnitte, Abgrenzungen, Trennungen.

Eines der Bilder, die im Zuge dieser Zeit-und Seelenqualität entstanden sind, ist „What’s left?“. Ich habe es genossen, mich auf einem Quadratmeter Leinwand mit Ölfarben auszutoben, zu sehen, wie sich Schicht für Schicht in Spachteltechnik entwickelt und während des Malens große Dynamik quasi aus dem Nichts entsteht. Nun hängt das Bild bei mir an der Wand und erinnert mich an geborstene Eisschollen, an Vergissmeinnicht, an fragmentarische Träume und an arktische Kälte.

Woran lässt es dich denken?

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What’s left? Öl auf Leinwand. 100cmx100cmx3cm. ©Claire Marin, 2016.

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Die Bedeutung der Gefühle, oder – Warum Bilder so viel mehr als nur ihre Oberfläche sind

Seien wir ehrlich: Bilder malen ist eine Sache – Bilder verkaufen eine ganz andere. Wer diesem Blog (oder meinem Twitter Account) schon länger folgt, der weiß: Ich male meine Bilder nicht nur für mich, zum Selbstausdruck, zur Aufarbeitung oder zur Darstellung dessen, was mich bewegt – sondern auch, um anderen damit eine Freude zu machen. Um Gedanken zum wandern zu bringen, Träume zu wecken, Stimmung in Räumen und in Herzen zu erschaffen. Und wann immer ein Bild ein neues Zuhause findet, ist das für mich ein wundervolles Gefühl. Es zeigt mir, dass meine Werke auch andere Menschen berühren und über mein stilles Atelier hinaus ihre Wirkung auf die Welt entfalten.

Interessanterweise geht es so gut wie nie um die Motive, die ein Bild zeigt. Das, was Menschen dazu bringt, sich in ein Bild zu verlieben, ist immer das Gefühl, das in ihnen ausgelöst wird, wenn sie es betrachten. Bilder sind ohne Zweifel mächtige Emotionsträger – und Menschen, die sich mit Bildern umgeben, teilen dieses Gefühl gerne mit ihrer Umwelt. Von allen Bildern, die aus dem Blauen Salon heraus bisher neue Besitzer fanden, waren es immer die Emotionalen, die Ausufernden, die Inspirierenden, die zu Träumen Anregenden. Selbst, wenn die Bilder puristisch waren, knapp, bewusst reduziert; es lag immer eine große Gefühlstiefe in ihnen. Und die kam bei den Betrachtern an und wirkte in ihnen weiter. Erstaunlich? Nein. Absolut menschlich, denke ich.

Ich mag den Gedanken sehr, dass es stets die emotionalen Bilder sind, die Freunde und Liebhaber finden – nicht zuletzt, weil ich selbst sehr emotional und liebevoll an die Arbeit herangehe. Ich male wenig kopflastig (das bin ich im restlichen Leben genug, herzlichen Dank!) und folge stattdessen meist den spontanen Gefühlen, die während des Malens entstehen. Für mich steht der Ausdruck von Emotion und Atmosphäre immer im Mittelpunkt. Es geht um Stille, um Weite, um Transparenz und um die Einflüsse, die das Unterbewusstsein auf uns ausübt. Malen ist für mich oft mit einer Meditation vergleichbar. Ich verschwinde während der Arbeit in der entspannten Konzentration. Es geht nur noch um Farben, um Linien, um Schichten – und um die Gefühle, die sie vermitteln, wenn sie sich in einem Bild verbinden.

Für Menschen, die meine Bilder betrachten, entstehen dann wiederum ganz eigene Welten. Sie bringen ihre Erfahrungen, Erinnerungen, Erwartungen mit ein – und diese mischen sich mit meinen zu einem neuen Ganzen. Was könnte schöner sein, als jemanden auf diese Weise im Innersten zu berühren? Mir fällt nur wenig ein.

Eines meiner momentanen emotionalen Lieblingsbilder ist „Mermaid’s laughter“. Es war lange Zeit eines der Sorgenkinder. Insgesamt hatte ich es fast ein Jahr in halbfertigem Zustand im Atelier stehen und wir wurden nicht recht glücklich miteinander. Immer wieder habe ich verändert, neue Schichten übereinandergelegt, mit Strukturen experimentiert. Nach und nach entwickelte es sein Innenleben und seine Ausstrahlung, setzte sich zusammen wie ein Puzzle aus Gefühlen. Bis es schließlich stimmig war und wir beide uns lächelnd zunicken konnten. Angekommen.

Mermaid's laughter. Oil on canvas. © Claire Marin, 2016

Mermaids laughter. Öl auf Leinwand, 70cm x 90cm. ©Claire Marin, 2016

Heute konnte ich das Bild (nachdem die Ölfarbe eben ihre Zeit zum Trocknen brauchte) endlich rahmen – und wie immer, wenn ich ein Bild in einen passenden Rahmen setze, wandelte sich die Wirkung.

„Mermaid’s laughter“ ist eines der Bilder, die durch den Rahmen erwachsener und noch ausdrucksstärker werden; selbst, wenn es sich – wie in diesem Fall – nur um einen sehr schmalen, weißen Schattenfugenrahmen handelt, der eher Raum gibt als Begrenzung. Das Bild hängt nun an der Wand des Blauen Salons. Und es bringt das Meer zu mir.

Mermaids laughter. Oil on canvas. © Claire Marin, 2016

Mermaid’s laughter. Öl auf Leinwand, 70cm x 90cm. ©Claire Marin, 2016

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Can we go now? – Die Lust auf Großes

Einige Wochen war ich kleinteilig beschäftigt. Skizzen, Zeichnungen mit Kreiden, Kohle und Graphit, Aquarelle. Jetzt ist sie zurück, die Lust auf große Formate – und auf die Arbeit mit meinen geliebten Ölfarben. Vor kurzem wurde „Can wie go now?“ fertig, ein Bild in Blautönen, das ich persönlich sehr mag. Während der Arbeit daran kam alles im Inneren zur Ruhe. Es fühlte sich an wie ein feines Fließen, obwohl ich mit Spachteln statt mit Pinseln arbeitete und die Ölfarben kaum verdünnte. Das Ergebnis ist ein geschichtetes Bild mit sattem Glanz und viel Struktur, auf dem verschiedene Blautöne ineinander übergehen. Dazwischen das Weiß – ein Küstenstreifen? Ein Gedanke? Eine Frage, eine Erinnerung?

Mir hat die Arbeit an einem größeren Format nach so langer Zeit wieder viel Freude gemacht. Das Bild hängt nun im Blauen Salon an der Wand und wartet auf Liebhaber. Vielleicht ja auf euch …

Can we go now_Öl auf Leinwand. 100x100x3

Can we go now? Öl auf Leinwand. 100cm x 100cm x 3cm.

 

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Das Meer ruft

In letzter Zeit kam mir das Meer oft in die Gedanken – und alles, was mich beschäftigt, findet gerne den Weg auf die Leinwand. Normalerweise male ich abstrakt, für das Meer mache ich aber gerne Ausnahmen. Hier zwei Bilder, die in den letzten Wochen entstanden sind: Öl auf Leinwand.

Ich habe die Bilder in schlichte Schattenfugenrahmen gesetzt, weil ich finde, dass sie so noch besser zur Geltung kommen. Und bei Interesse: Beide Bilder sind noch zu haben :-)

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Sea I. Oil on canvas. 40cm x 50cm. ©Claire Marin, 2016

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Sea II. Oil on canvas. 40cm x40cm. ©Claire Marin, 2016

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Staffelei im Test – Wie „Irma“ sich im Atelier-Alltag schlägt

Vor einiger Zeit habe ich mir endlich eine Staffelei zugelegt. Ich habe damals viel recherchiert und überlegt, bis ich mich letztendlich entschieden hatte, denn ich wollte etwas Vernünftiges kaufen, an dem ich dann auch wirklich lange meine Freude habe. Hier geht es zum Blogbeitrag, in dem ich über meine Suche nach einer passenden Staffelei berichte.

Im Atelier von Claire Marin, 2015

Nach einigen Wochen mit „Irma“, wie ich sie getauft habe, kann ich nun sagen, dass ich den Kauf noch keine einzige Sekunde bereut habe. Das Arbeiten ist wunderbar und Irma schlägt sich wacker. Nichts wackelt, nichts quietscht und die Einstellungen lassen sich problemlos verändern. Sogar große Leinwände lassen sich bequem einspannen, was mir jetzt das mühselige Arbeiten auf dem Boden erspart. Ein echter Gewinn! Irma hat inzwischen schon einiges mitgemacht, da ich beim Malen ja auch nicht gerade vorsichtig bin, aber sie ist offenbar hart im Nehmen.

Ich kann diese Staffelei wirklich jedem empfehlen, der eine stabile Profilösung braucht, die sich trotzdem noch herumschieben lässt und zugleich auch noch hübsch aussieht. (Ja, es soll hübsch aussehen. Ich bin ein Mädchen und mag hübsche Dinge!) Weil meine Irma mich so begeistert und sie zudem gerade presigünstig zu bekommen ist, verlinke ich sie euch hier. Vielleicht ist das ja genau die Staffelei, die einige von euch für sich selbst gesucht haben. Ich zumindest möchte sie nicht mehr missen.

 

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Verstand contra Herz – Warum malen nicht gleich malen ist

Ich habe in letzter Zeit unglaublich viel an neuen Bildern gearbeitet – aus Gründen. Das kommende Frühjahr bringt eine Ausstellung, die für mich eine wirkliche Herausforderung ist. Ich freue mich darauf und werde beizeiten auch hier mehr darüber berichten – aber zugleich überfällt mich auch ein wenig Panik, wenn ich daran denke. Es gibt noch so viel zu tun und so vieles zu entscheiden: Welche Art von Bildern möchte ich präsentieren? Was ist mir wichtig? Wie nutze ich diese Chance am besten?

What are you waiting for? Oilpainting. Detail. Claire Marin 2015.

Ein internationales Publikum wird meine Arbeiten zu sehen bekommen und da ist es mit „Ich stelle einfach irgendwas aus“ eben nicht getan. Die Perfektionistin in mir möchte, dass die Ausstellung besonders wird und die dort gezeigten Arbeiten neugierig machen. Ich möchte Menschen für meine Bilder begeistern, ins Gespräch kommen, Neues erfahren und vor allem mit meiner Kunst ganz viel geben. Zugleich ist aber auch der innere Zweifler immer wieder an vorderster Front dabei. Er sagt: „Das ist albern! Du hast nicht mal Kunst studiert! Sie werden dich auslachen! Du hast jetzt schon verloren!“

Gemini I. Oil on canvas. Claire Marin 2015.

In diesem Zwischenreich von Vorfreude und Druck kann es sehr schwer sein, die nötige Leichtigkeit zu bewahren. Im Atelier passiert dann etwas sehr Interessantes. Wenn ich versuche, mit dem Verstand an die Erschaffung neuer Bilder für die Ausstellung zu gehen, dann blockiert etwas in mir. Ich habe ein Konzept, ich weiß wie ich es umsetzen muss, ich male – aber den Bildern fehlt die Seele. Sie sind hübsch anzusehen, teilweise technisch wirklich anspruchsvoll – aber das war es dann auch. Es fehlt der Funke, der sie besonders macht, die innere Stimme, das Glühen. Es ist, als würde man einen Kasten mit einer Sammlung toter Schmetterlinge ansehen – während man eigentlich darauf hofft, dass sie zu fliegen beginnen.

Sobald ich den Gedanken an die Ausstellung loslasse und mich frei mache von den Ansprüchen, die ich an mich selbst stelle, beginnt etwas zu Fließen. Die Bilder sind dann vielleicht nicht so ausgefeilt, nicht so gewitzt, nicht so „sophisticated“. Aber sie sind ehrlich. Sie kommen aus meinem Inneren.

Into the blue. Oil on canvas. Claire Marin, 2015

Meine Herausforderung der nächsten zwei Monate wird also sein, Bilder zu malen, in deren Farben mein Inneres leuchtet. Alles andere wäre sinnlos. Ich möchte keine toten Schmetterlinge ausstellen. Wie ich das meinem inneren Kritiker dauerhaft beibringe, wird sich noch zeigen. Heute aber zumindest schweigt er.

PS: In diesem Blogbeitrag sind übrigens nur Bilder zu sehen, bei denen der Funke während des Arbeitens übergesprungen ist. Ob diese dann den Weg in die Ausstellung finden, wird sich zeigen. Momentan ist noch alles in der Erkundung.

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Von der Erschütterung

Ich habe lange überlegt, ob ich zu den Anschlägen in Paris bloggen soll. Es ist so viel gesagt worden, überall – und irgendwie ist es immer zu wenig. Vielleicht gibt es keine passenden Worte für das, was geschehen ist und die angemessenste Reaktion wäre einfach ein Schweigen, in dem alle Betroffenheit und Trauer Raum finden kann.

Mich haben die Ereignisse sehr mitgenommen. Ich habe einen hübschen frankophilen Tick, das Land liegt mir am Herzen. Doch es ist egal, welche Stadt in welchem Land auch immer es trifft. Was dort geschehen ist, geschah nicht im Namen irgendeiner Religion, nicht im Namen irgendeines Gottes. Es geschah aus fanatischen Hirnen heraus, denen jegliche Menschlichkeit abhanden gekommen ist. Und es bleibt nur zu hoffen, dass nun nicht der allzu leichte Weg gegangen wird, Moslems in aller Welt zu verurteilen und mit radikalen Islamisten gleichzusetzen. Meine Hoffnung, dass wir um diese populistische Meinungsmache herumkommen, ist allerdings gering. Es wird Menschen geben, die diese Anschläge instrumentalisieren. Es wird aber auch Menschen geben, die sich solidarisch zeigen und in der Lage sind, über den Tellerrand zu blicken.

Zwischen dem Verfolgen der Nachrichten, den immer neuen grauenvollen Meldungen, der Angst vor den Entwicklungen in der Zukunft und der Fassungslosigkeit, die sich wie eine erstickende Haut über alles legte, flüchtete ich mich gestern ins Atelier. Wenn ich bisher eines in meinem Leben begriffen habe, dann dies: Jeder braucht etwas, das ihn in Zeiten, in denen er sich wie zersplittert fühlt, wieder zusammensetzt. Für mich ist es das Malen. Die Malerei hat mir bisher immer geholfen. Stets sortierte sie Gedanken und Gefühle, schob alles wieder an seinen Platz und ließ mich innerlich durchatmen, bis ich es auch im Außen wieder konnte.

Gestern war das zunächst anders. Ich stand vor der Staffelei, wünschte mir nichts mehr, als einfach abschalten zu können und zu sehen, wohin mich die Konzentration auf Farben und Formen bringen würde – doch es ging nicht. Was mir normalerweise leicht fällt – der Schritt in eine andere Welt, in einen Zustand, der Kreatives hervorbringt und so jedes noch so schwere Gefühl verarbeitet und verändert – war komplett blockiert. Ich fühlte mich betäubt und stumm, ich war übernächtigt, weil ich die halbe Nacht über die Nachrichten verfolgt hatte und kraftlos, weil mir die Anschläge für einen Moment wieder einmal den Glauben an das Gute in der Welt genommen hatten. Die leere Leinwand schien mich auszulachen. Was willst du hier? Was soll noch passieren, in einer solchen Welt? Kunst soll helfen? Dir? Anderen? Nichts wird helfen! Menschen sterben durch Anschläge, überall auf der Welt, immer und immer wieder! Und was du hier machst ist vollkommen unwichtig!

Und wenn schon. Dann ist es eben unwichtig! Für mich, jetzt, ist es aber wichtig! Ich begann ein Bild, verwarf es wieder, begann ein zweites, verwarf es ebenfalls. Jede Bewegung erschien schwer und der Fluss, der sich normalerweise bei mir schnell während der Arbeit einstellt, blieb aus. Aber ich machte weiter. Ich wollte diese Blockierung im Inneren loswerden und das Gefühl der Machtlosigkeit – und wenn es nur auf die bescheidene Art des Malens war. Am Ende gelang es tatsächlich. Zwei Bilder entstanden: Ein Segelboot, mit dem ich nicht gerechnet hatte und ein zweites Bild, das mir noch Rätsel aufgibt.Ich teile sie hier, weil sie meine stillen Begleiter am Tag nach den Anschlägen waren, durch die meine Gedanken und Gefühle sich wieder sortierten.

Stormy days, Claire Marin, 2015

Seltsam, eigentlich. Ich hatte damit gerechnet, dass andere Bilder entstehen würden. Bilder, die die Gewalt mehr spiegeln oder die Ängste, die Verzweiflung und die Hilflosigkeit. Stattdessen kam zuerst dieses Boot, das ich tröstlich finde. Und dann dieses zweite Bild, vor dem ich fragend stehe. Eine Landschaft? Blumen? Ein Schlachtfeld? Vielleicht.

Landscape. Claire Marin, 2015

Als ich später die Pinsel auswusch (bei Ölmalerei immer eine etwas ausufernde Tätigkeit) fühlte ich mich deutlich besser. Geerdet, konzentriert, in mir ruhend. Die Katastrophe war nach wie vor geschehen – aber das Malen hat mir einmal mehr eine Möglichkeit gegeben, mich zurückzuziehen und zu sortieren, bis ich wieder in die eigene Kraft kam. Ich wünsche jedem von euch einen solchen Anker, der euch hält, wenn es stürmisch wird. Nein, Malerei wird nicht die Welt verändern. Aber mir gibt sie die Möglichkeit, mit den Veränderungen dieser Welt besser umzugehen. Und für den Moment ist das viel.

Euch allen einen friedlichen Sonntag.

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Meine Bilder im Berliner Restaurant „Begur“

Luz de limón, Restaurant Begur.Manchmal bringt der Zufall die schönsten Kooperationen … Und mich zudem in den Genuss der besten Zitronentarte, die ich jemals kosten durfte.

Worum geht es? Um die interessanten Wege der sozialen Netzwerke. In diesem Fall hat Twitter den Blauen Salon mit einem wunderbaren Restaurant zusammengebracht, dessen katalanische Küche ihr unbedingt einmal kosten solltet, wenn ihr in Berlin seid. Das „Begur“ liegt im angesagten Neuköllner Szenekiez und bietet neben tollen Weinen und gutem Kaffee wirklich hervorragendes Essen in schönem Ambiente. Was dem „Begur“ aber bis vor Kurzem noch fehlte, waren einige Bilder an den Wänden.

Und hier kam ich ins Spiel. Beim Atelierbesuch war die Entscheidung schnell gefallen. Es sollten großformatige Bilder sein, die an Meer und Feuer erinnern. Seaside IV und I see fire erwiesen sich als das perfekte Paar für eine der großen Wände des „Begur“. In Schattenfugen gerahmt machten sie sich auf den Weg und ergänzen seit einer Woche das Flair des Lokals auf ganz wunderbare Weise. Ich gebe zu, ich war begeistert von der Wirkung – und ich freue mich riesig, dass ich die Bilder dort zeigen und so auf meine Arbeiten aufmerksam machen darf. Sowohl Seaside IV als auch I see fire kann man übrigens noch kaufen.

Die Bilder werden in Kürze noch Gesellschaft durch ein Ölbild von mir bekommen, das einen Platz an einer anderen Wand bekommen wird. Insight muss aber noch ein wenig trocknen … Ich werde berichten, wenn auch dieses Bild an Ort und Stelle angekommen ist.

PS: Die Zitronentarte nennt sich Luz de limón, das Restaurant Begur findet ihr am Weigandufer 36 in 12059 Berlin und einen Blick ins Ambiente und in die Speisekarte könnt ihr hier werfen. Empfehlung!

  • Restaurant Begur, Berlin. Noch ohne meine Bilder.
  • Im Restaurant Begur, Berlin. Bilder aufhängen.
  • Restaurant Begur, Berlin. Bilder "I see fire" und "Seaside IV" von Claire Marin.

 

 

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Salongespräch mit einer Dame in Lila

In unregelmäßigen Abständen bekommt der Blaue Salon Besuch von befreundeten Künstlerinnen und Künstlern. Ich freue mich sehr, dass ich heute eine Freundin aus der Ukraine vorstellen darf, deren wunderbare Bilder mich immer wieder begeistern. Lasst euch überraschen im Salongespräch mit Lila Dame.

Stell dich bitte kurz vor – wo lebst du, was liebst du?

Lila DameIch bin Ukrainerin und lebe in der Stadt Lviv, wo ich Design studiere. In meiner Freizeit male ich, besuche Museen und Kunstausstellungen, ich gehe gerne wandern oder tausche mich mit meinen Freunden im In- und Ausland aus.

Seit wann malst du und wie bist du dazu gekommen?

Als ich 5 Jahre alt war, besuchte ich eine Kunstschule. Die ersten künstlerischen Materialien, mit denen ich zu arbeiten begann, waren Tusche, Aquarellfarben und Gouache. Ich malte damals auf Papier und auf Leinwand. Ich erinnere mich noch sehr gut an das erste Bild, das ich mit Tusche gemalt habe. Es war das Portrait einer ukrainischen Frau in Tracht mit vielen Blumen im Haar. Seit diesem Moment begleitet mich die Tuschemalerei. Neben der Malerei mache ich Applikationen, Origami und verschiedene Formen aus Holz und Lehm. Ich habe an vielen Kunstwettbewerben teilgenommen und war in dem Bereich auch sehr erfolgreich. Das hat mich sehr gefreut und den Wunsch geweckt, mich noch mehr ins Malen vertiefen.

Tusche, Aquarell

Tusche, Aquarell © Lila Dame

 

Mit meinen Bildern möchte ich Menschen zum Denken anregen und Erinnerungen auslösen. Außerdem fasziniert mich immer die Schönheit des Moments. Diesen möchte ich einfangen.

 

 

Gibt es Dinge, die dich in deiner Kunst blockieren? Wie gehst du damit um?

Ja, es gibt auch Blockaden. Wenn ich ein Bild beginne, kann es passieren, dass es mir im weiteren Malprozess nicht mehr gefällt. Manchmal ist es dann wirklich schwer, das Bild zu beenden. Ich muss dann meine Kraft und Konzentration zusammennehmen und trotzdem weiter malen. Es passiert auch, dass ich mit einem Ergebnis nicht zufrieden bin. Manchmal dauert es dann eine Weile und ich muss Zeit vergehen lassen, um später mit einem anderen Blick auf das Bild zu sehen.

 

Jeder Künstler arbeitet anders. Gibt es ein Medium, mit dem du besonders gerne malst? Warum?

Es gibt bei mir zwei besondere Medien. Wie ich schon erwähnt habe, ist das zum einen Tusche, zum anderen aber auch Ölfarbe. Mit Tusche male ich besonders gerne, weil ich die Effekte mag, die sie erzeugt. Die Bilder sehen einfach gut aus – selbst, wenn man sich einmal weniger Mühe gibt.

An Ölfarbe gefällt mir die Konsistenz, wie sie riecht und wie sie sich auf die Leinwand oder auf den Karton legt.

 

 

Was möchtest du in deinem Leben unbedingt noch tun? Wovon träumst du?

Ich möchte eine gute Designerin werden. Und ich träume von einem Studium im Ausland, das wäre spannend.

 

Du malst ja viel – nutzt du auch noch andere künstlerische Ausdrucksformen?

Ja, ich arbeite sehr gerne auch noch mit Grafik und Skulptur.

 

Oelfarben, Acryl, Origami

Ölfarben, Acryl, Origami. ©Lila Dame

 

Hast du Vorbilder? Wenn ja, welche? Und warum ausgerechnet diese?

Vorbilder habe ich nicht direkt, weil ich gerne meinen eigenen Stil schaffen möchte. Aber ich mag den Impressionismus sehr. Mir gefallen die Bilder vom Paul Cézanne, Claude Monet oder Paul Gauguin. Sie spielten so wunderschön mit Farben.

Es gibt auch einige ukrainische Künstler, die ich sehr mag: Oleksa Nowakiwskij (Олекса Новаківський) zum Beispiel. Seine Bilder sind sehr „lebendig“.

Karlo Swirynskyj (Карло Звіринський) ist auch ein genialer Künstler. Ich staune, welch‘ moderne Bilder er malte – und das in einer Zeit, als ukrainische Künstler von der Welt und jeder Information von außen isoliert wurden.

Kateryna Bilokur (Катерина Білокур) ist ein Genie, was das Malen von Blumen angeht. Übrigens wurde ihr Talent auch von Pablo Picasso bemerkt, was wirklich interessant ist.

Die Karpaten 2015, Oelfarben

Die Karpaten. 2015, Ölfarben. ©Lila Dame

 

Die Natur, Fotos und die Bilder von anderen Künstlern inspirieren mich.

Stillleben, Guasch

Stilleben, Gouache ©Lila Dame

Wenn du eine Zeitreise machen könntest – wo würden wir dich treffen? Mit wem?

Wenn ich eine Zeitreise machen könnte, würdet ihr mich in New York, im Jahr 1950, mitten im Bronx Zoo treffen. Dort würde ich bei Jacques (Jakiw) Hnizdovsky (Яків Гніздовський) sitzen und beobachten, wie er an einem seiner berühmten Holzschnitte von den Tieren arbeitet.


 

Gefallen euch die Arbeiten von der Lila Dame? Mehr von ihr findet ihr auf ihrem Twitteraccount. Sie verkauft ihre Bilder übrigens auch – scheut euch also nicht, sie anzuschreiben :-)

 

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Spielen mit Ölfarben / Playing with oil

Ich habe das Wochenende dafür genutzt, weiter mit Ölfarben herumzuspielen. Seitdem ich einen geruchlosen Terpentinerssatz entdeckt habe, macht das mir (und meinem Kopf) auch deutlich mehr Spaß! Ich habe mich also mit großer Begeisterung den kompletten Sonntag über im Atelier vergraben, um nach Herzenslust mit Farben zu spielen – was für ein Luxus … Bei dieser Gelegenheit fiel mir auf, dass die meisten Menschen im Erwachsenenalter gar nicht mehr spielen. Dabei ist es so wunderbar, sich ganz versunken auf etwas einzulassen und dabei alles um sich herum zu vergessen. Mir geht das beim Malen so. Es ist wie ein Kurzurlaub für die Seele.

Zurück zu dem, was während des Spielens entstand. Aus mir wird wahrscheinlich niemals eine Künstlerin, die sich stundenlang mit Landschafts – oder Portraitmalerei auseinandersetzen möchte. Dazu fehlt mir (zumindest im Moment) einfach die Geduld. Viel mehr fasziniert mich, mit Farbverläufen zu spielen und herumzuprobieren, was sich mit verschiedenen Viskositäten, Fließgeschwindigkeiten und -winkeln anstellen lässt. Schemenhafte Figuren finden sich in meinem Bildern allerdings immer wieder und das wird sich wahrscheinlich so schnell auch nicht ändern. Mich interessieren Andeutungen eben mehr als das Offensichtliche.

Eines der gestern entstandenen Bilder ist „I will wait“. Genutzt habe ich dafür Indischgelb, Kadmiumrot, gebranntes Siena und Titanweiß – Farbtöne also, die im Blauen Salon bisher nur selten zum Einsatz kamen, die mir aber extrem gut gefallen und in Zukunft sicher häufiger den Weg auf die Leinwand finden werden. Wie die Farbverläufe bei diesem Bild genau entstanden sind, bleibt allerdings mein kleines Geheimnis. Verraten kann ich nur: Es war deutlich anstrengender, als es aussieht :-)

I will wait. Oil on canvas. 50cm x 60cm. ©Claire Marin, 2015

I will wait. Oil on canvas. 50cm x 60cm. ©Claire Marin, 2015

 

Kannst du noch spielen? Dich voll und ganz in etwas verlieren und dabei Neues entdecken? Womit und auf welche Weise? Wenn du möchtest, lass mir einen Kommentar zu diesem Thema hier!


This weekend I played around with oil paints. Since I have discovered an odorless alternative für turpentine it’s even a lot more fun! So I buried myself in the studio the entire sunday to play with colors – what a luxury … On this occasion, I noticed that most people in adulthood stop to play. That’s a pity because it’s so wonderful to be completely absorbed and forget everything around you. Painting, for me, feels like this. It’s like a short vacation for the soul.

Back to the results … I will never become an artist doing landscapes or portraiture. For this purpose, I am (at least for now) not patient enough. I am much more fascinated by playing with color and find out what can be explored with different viscosities, flow rates and angles. Shadowy figures can be found in my pictures, however, again and again and that will probably never change. I’m interested in hints more than in the obvious.

One of yesterdays paintings is „I will wait“. I have used indian yellow, cadmium red, burnt siena and titanium white – shades that I rarely use, but like. I think I will need them more often in future. How this painting was done exactly remains my little secret. I can only tell: It was significantly more exhausting than it looks :-)

 

 

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