Posts in Category: Inspiration

Das Blau von Paris

Ich habe länger keinen Blogeintrag geschrieben und das liegt vor allem daran, dass es recht wenig Neues zu berichten gibt. Im Blauen Salon entstehen gerade viele Skizzen und spontane Eingebungen, die aufs Papier fließen. Ich arbeite kaum an großen Bildern in Ölfarben, das Kleinformatige fasziniert mich gerade viel mehr. Das wird sich ganz bestimmt auch wieder ändern – wenn ich mich bei mir auf eines verlassen kann, dann auf den ewigen Wandel – aber für den Moment akzeptiere ich einfach das, was ist und lasse mich neugierig treiben.

Blau und Grün

Ich experimentiere mit Aquarellfarben, mit Tusche und Tinte, mit Kohle und Rötel und mit verschiedenen Papieren. Vieles davon sind Studien, die vor allem dazu dienen, mich mit den unterschiedlichen Materialien vertraut zu machen. Ich nutze viele Blau- und Grüntöne, Gelb kam mit hinzu, vor allem das satt pigmentierte Indischgelb hat es mir angetan.

Unter stillen Freunden

Mit zu den schönsten Entdeckungen seit langem zählt für mich aber das Pariser Blau. Mich fasziniert, wie es wirkt, wenn man es in unterschiedlich starker Verdünnung schichtet. Ich kann mich stundenlang damit beschäftigen. Eine sehr stille, konzentrierte und fast meditative Arbeit, die mir gerade viel gibt – neue, weite Gedanken und eine große innere Ruhe, wenn die Welt wieder einmal zu schnell und zu laut wird. Im Moment ist das Blau von Paris mein Anker.

Pariser Blau

 

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Vom Umgang mit den Zweifeln

Ich bin von Geburt an eine wahre Königin der Zweifel. Ach was – eine Kaiserin. Mit der größten Funkelglitzerzweifelkrone, die in diesem Universum erhältlich war. Was auch immer jemand an meiner Kunst oder meinen Büchern kritisiert – es kann davon ausgegangen werden, dass ich diese Kritik vorher selbst gegen mich angebracht habe … Und im Zuge dessen zu stellenweise vernichtenden Urteilen kam. Da fragt man sich doch, warum ich trotzdem weitermache, oder? Was treibt einen an? Welche Kraft steckt dahinter? Wieso tut man sich das an, wenn man es doch so viel leichter haben könnte?

Weil Kreativität stärker ist. Sie gewinnt immer. Man muss sie nur lassen … (Das Bild links ist übrigens der aktuellste Beweis für wildgewordene Zweifel. Es zeigte einmal einen Nachtgarten mit weißen Blüten. Diese Blüten waren aber – so zumindest mein innerer Zweifler – absolut nicht gut genug. Auch nicht nach dem fünften Versuch. Und so sieht man hier eine Leinwand, die darauf wartet, dass mein in Bezug auf weiße Blüten angeknackstes Kompetenzgefühl sich wieder aus der Reserve wagt …)

Entwurf ...Zweifeln ist eine ebenso wertvolle wie lästige Angewohnheit – es kommt schlicht und einfach darauf an, wie man damit umgeht. Zweifler reflektieren mehr, sind offen für Weiterentwicklung, lernen ständig dazu. Menschen ohne jeden Zweifel hingegen sind (meiner Meinung nach) absolut unerträglich. Ohne Zweifel erfolgt kein Fortschritt, kein Wagnis, kein Sich-Selbst-Herausfordern. Man ist sich mit dem, was man kann und von sich hält, mehr als genug. Warum sollte dann noch Neues entstehen? Was sollte sich entwickeln? Trotzdem ist das kein Freibrief für hemmungsloses Zweifeln. Zweifel lähmen, wo doch eigentlich etwas vorangehen sollte. Zweifel blockieren Schönheit, Freiheit, Expansion. Und Zweifel untergraben systematisch Selbstwert, wenn man ihnen zu viel Auslauf gewährt.

Ich habe mir angewöhnt, meine Zweifel als Anlass zu sehen, stets noch ein wenig besser zu werden als zuvor. Das gelingt nicht immer, aber die Haltung zählt. Für produktive Kritik bin ich dankbar und gegen Kritik unterhalb der Gürtellinie gab mir ein weiser Mensch einmal einen sehr hilfreichen Hinweis: „Nimm nur Kritik von jemandem an, der es auf dem Gebiet, in dem er dich kritisiert, zu mehr gebracht hat als du selbst.“

Ja. Es kann so einfach sein. Übrigens unterziehe ich auch meine Zweifel inzwischen dieser Feuerprobe. Und solange diese Zweifel nicht überzeugendere Bücher schreiben und ausdrucksvollere Bilder malen als ich selbst, erlaube ich uns höchstens einen Disput auf Augenhöhe. Während ich weiter daran arbeite, besser zu werden. Momentan im weiten Feld weißer Blüten …

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Ein kalter Regentag. Ein stilles Inneres. Ein Blumenbild aus der Nacht.

Heute war der erste kalte Regentag dieses Herbstes. Während triste Bindfäden vom Berliner Himmel fielen und in meiner Küche eine Chet Baker-Platte lief, saß ich gegen Mittag mit einer Tasse Jasmintee am Fenster und überlegte, wie ich diesen Mittwoch am besten nutzen könnte.

Für mich ist Regen ein Geschenk. Er lässt die Stadt still werden und verschleiert die Dringlichkeit der alltäglichen Dinge. Bei Regen werde ich innerlich absolut ruhig. Das hat definitiv auch Auswirkungen auf die Bilder, die an solchen Tagen entstehen. Heute war es ein Acrylbild mit einem Blumenmotiv, das ich seit letzter Nacht im Kopf hatte. Die Serie über die nächtlichen Gärten beschäftigt mich und so ist wohl auch zu erklären, dass ich in der vergangenen Nacht träumend in einen solchen verwilderten Garten hineingeriet.

Ich habe versucht, die Eindrücke des Traumes in diesem Bild einzufangen und es während des Malens wirklich genossen, mit den dunklen, satten Farben zu spielen. Wieder einmal bestätigt sich für mich, dass Bilder aus allen möglichen Inspirationsquellen schöpfen. In diesem Fall war es eben ein Traum, in dem Pfingstrosen eine Rolle spielten.

Blumen gehören eigentlich nicht zu meinem bevorzugten Repertoire, aber mir hat das heute eine große innere Freude bereitet. Das Bild entstand (wie so oft bei mir) mit dem Malmesser. Ich mag die rasche Art, in der man damit arbeiten kann, das flächige Ausbreiten und die mehr oder weniger groben Strukturen, die dynamisch im Bild entstehen. Und ich bin wirklich sehr gespannt, wohin mich die Reise mit dieser Nachtgartenserie noch führt. Vielleicht verrät ja einer der nächsten Träume mehr …

Peonies at night. Acryl auf Leinwand. 50cm x 50cm. © Claire Marin, 2015.

Peonies at night. Acryl auf Leinwand. 50cm x 50cm. © Claire Marin, 2015.

 

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Briefe von Vincent van Gogh / Vincent van Gogh – The letters

Vincent van Gogh letterWenige Künstler haben das Bild des wahnsinnigen Genies so geprägt wie Vincent van Gogh. Sobald dieser Name fällt, denkt man an Sonnenblumen, an Sternenhimmel – aber auch an ein abgeschnittenes Ohr und einen hungerleidenden Künstler, der zu Lebzeiten kaum etwas verkaufte und der durch seine Post-Impressionistischen Bilder dennoch zu einem der wichtigsten Wegbereiter für die späteren Expressionisten und Fauvisten wurde.

Ich bin mit großer Begeisterung auf die Sammlung der Briefwechsel Vincent van Goghs gestoßen, die im Internet frei zugänglich sind. Sich in die Korrespondenz dieses Malers zu vertiefen ist faszinierend. Ich fand (bisher …) keine Spur von Wahnsinn in den Briefen, dafür aber eine sensible Seele mit beeindruckender Beobachtungsgabe; einen Künstler, der mit großer Ernsthaftigkeit an seinen Werken arbeitete.

Mir persönlich gibt dieser Einblick in ein solches Leben sehr viel. Es ist, als würde man diese Ausnahmepersönlichkeit still begleiten und dabei staunend ganz viel einfach nur durch Beobachtung und Zuhören lernen. Zugleich zeigt sich oft eine große Wärme in den Briefen, die mich lächeln ließ.

Diese virtuelle Schatzkiste ist deshalb die heutige Empfehlung des Blauen Salons für alle, die Vincent van Gogh einmal aus ganz anderer Warte erleben möchten. Und als kleinen Vorgeschmack zitiere ich hier einen Auszug aus einem Brief an seinen Bruder Theo van Gogh, geschrieben im Juni 1888 aus Les Saintes-Maries-de-la-Mer.

I took a walk along the seashore one night, on the deserted beach. It wasn’t cheerful, but not sad either, it was — beautiful.

The sky, a deep blue, was flecked with clouds of a deeper blue than primary blue, an intense cobalt, and with others that were a lighter blue — like the blue whiteness of milky ways. Against the blue background stars twinkled, bright, greenish, white, light pink — brighter, more glittering, more like precious stones than at home — even in Paris.

So it seems fair to talk about opals, emeralds, lapis, rubies, sapphires. The sea a very deep ultramarine — the beach a mauvish and pale reddish shade, it seemed to me — with bushes. In addition to half-sheet drawings I have a large drawing, the pendant of the last one.11

More soon, I hope. Handshake.

 Ever yours,

Vincent

Vincent van Gogh – once his name is mentioned, one thinks of sunflowers or starry nights – but also of an cut-off-ear. He’s the starving artist who hardly sold anything but became one of the most important precursors for Expressionists and Fauves.

I highly recommend the correspondence of Vincent van Gogh which can be found on the Internet for free. It's fascinating to delve into the letters
of this great painter. I found (so far ... ) no trace of madness, but a sensitive soul with impressive powers of observation; an artist who worked on
his paintings with great seriousness. For me, this insight is absolutely inspiring. It's like going for a walk with this exceptional personality and
learning a lot through observing and listening. 

Have a look at thisvirtual treasure chest when you're interested in van Gogh. Here's an excerpt from a letter to his brother Theo, written in June
1888 from Les Saintes-Maries-de-la-Mer.
I took a walk along the seashore one night, on the deserted beach. It wasn’t cheerful, but not sad either, it was — beautiful.

The sky, a deep blue, was flecked with clouds of a deeper blue than primary blue, an intense cobalt, and with others that were a lighter blue — like the blue whiteness of milky ways. Against the blue background stars twinkled, bright, greenish, white, light pink — brighter, more glittering, more like precious stones than at home — even in Paris.

So it seems fair to talk about opals, emeralds, lapis, rubies, sapphires. The sea a very deep ultramarine — the beach a mauvish and pale reddish shade, it seemed to me — with bushes. In addition to half-sheet drawings I have a large drawing, the pendant of the last one.11

More soon, I hope. Handshake.

Ever yours,

Vincent

 

 
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Salongespräch mit Linsensüppchen 54

Der Blaue Salon ist nicht nur ein Portal, über das ich meine eigene Kunst präsentiere – er ist auch ein Wohnzimmer für andere Künstler. Im Salongespräch kommen Kreative zu Wort, erzählen von ihrer Arbeit, ihren Träumen, von Inspiration und Begeisterung, von Hürden und von deren Überwindung. Heute freue ich mich auf ein ganz wunderbares Kreativitätsbündel, dessen Welt durch Linsen bestimmt wird. Viel Freude beim Lesen!

Juliane BefeldErzähle uns ein wenig über dich. Wer bist du, wo lebst du, was liebst du?

Als Juliane Befeld lebe mit meinem Mann & unserem Hund auf dem Land bei Paderborn. Vor knapp 8 Jahren beendete ich mein Studium als Dipl. Sozialpädagogin / Dipl. Sozialarbeiterin und bin zusätzlich ausgebildete systemische Familienberaterin. Ich arbeite hauptberuflich in der therapeutischen Kinder- und Jugendhilfe. Ich liebe meine Arbeit; aber mein Herz schlägt für meine Kunst. 2014 entschloss ich mich dazu, mich mit meiner Fotografie selbstständig zu machen und mich als „Linsensüppchen 54“ öffentlich zu präsentieren.

Ich mag mich immer wieder neu erfinden — Glaube Liebe Hoffnung nie verlieren, Fotografieren, Reisen, Schreiben an ungewöhnlichen Orten, Tanzen und Verkleiden, auf Flohmärkten stöbern und Kurioses entdecken/anschleppen, ins Grüne fahren, mich in einen Moment verlieben.

 

 

Mit meinen Motiven möchte ich entführen, begeistern, überraschen

 

Die Welt inspiriert mich und das ist, was ich mag: in Pfützen springen, indisches Essen, Konzerte, das Meer, Strand und Muscheln, Federn, Schallplatte hören, frisch gewaschene Bettwäsche, Räucherstäbchen, Sommerregen, Fotoautomaten, Koriander, Malaysia, Trauerweiden, Seifenblasen, Herbst, Ingwer, Situationskomik, Einwegkameras, der Knapp am frischen Brot, Textmarker und Klebezettel.

Saigon © Linsensüppchen54

Saigon © Linsensüppchen54

Meine MOTIVation und warum es (nicht nur) auf die richtige „Einstellung“ ankommt: Fotografie ist doch viel mehr, als nur das Warten auf das „perfekte“ Motiv. Was macht ein Motiv aus? Seine reine, unschuldige Unperfektheit. Das Leben in seinen vielen Umständen erleben – unberechenbar und wandelbar. Nicht greifbar. Nicht planbar. Dass macht ein Motiv zu meinem perfekt-unperfekten Motiv.

Das klingt spannend und vor allem sehr vielseitig! Wie kamst du zur Fotografie? Was interessiert dich an diesem Medium besonders?

Als Kind spielte ich schon „Fotografin“ und baute mir meine eigenen Dunkelkammern. Es fühlte sich geheimnisvoll und spannend an. Mein Leben wurde stets durch meine Kameras begleitet. Und auch mein Vater war begeisterter Hobbiefilmer und jagte uns mit seiner Videokamera. Anfangs fotografierte ich analog oder experimentierte mit der Polaroidkamera; heute arbeite ich mit meiner Spiegelreflexkamera.

 

I wish my eyes could take photos

 

Wann wusstest du, dass du eine Künstlerin bist?

In mir stecken viele Ideen und Kräfte, die gelebt werden möchten und aus mir heraussprudeln. Meiner Meinung nach weiß man nicht, dass man eine Künstlerin ist, sondern man ist es und lebt es. Man liebt, was man tut.

Und weil man es liebt, wird es gut :-) Mit welcher Kamera fotografierst du am liebsten und warum?

© Linsensüppchen54

© Linsensüppchen54

Ich arbeite mit meiner mir vertrauten Canon_Spiegelreflexkamera, die mir viele spielerische Möglichkeiten bietet. Besonders gerne arbeite ich s/w, da sich die Kontraste hier am geheimnisvollsten ausleben. Mein Herz hängt auch an meiner analogen Canon A-1 (aus Anfang der 80er Jahre) und meiner Fujifilm-Polaroidkamera. Zudem spiele ich gerne mit Einweg- oder Unterwasserkameras.

Welche Motive wählst du gerne? Worauf liegt deine Aufmerksamkeit?

Da ich aus der Straßen_Fotografie komme, lichte ich die kleinen, unscheinbaren Dinge ab, die übersehen werden, aber unseren Alltag mit Schönheit bereichern. Bäume und Schatten haben es mir zudem auch sehr angetan. Nun habe ich mich auch auf kleine Konzerte spezialisiert und fotografiere außerdem Menschen in ihrem natürlichen (auch intimen) Lebensraum.

 

Wer oder was inspiriert dich?

Das Leben, seine Narben und die Unperfektheit der Natürlichkeit. Eine Künstlerin, die mich schon seit Jahren durch mein Leben begleitet ist Frida Kahlo, mit all ihrer Sinnlichkeit, Dramatik, Stärke und Melancholie. Fotografen, deren Arbeit ich sehr schätze sind Marius Vieth und Olivia Bee.

Welchen Traum hast du? Was möchtest du gerne einmal umsetzen?

Eine eigene Ausstellung, um meine Kunst mit all ihrer Hingabe zu präsentieren.

 

Ich möchte die Menschen zum Staunen und Nachdenken bringen

 

Arbeitest du auch noch mit anderen künstlerischen Mitteln?

Heavy nights © Linsensüppchen54

Heavy nights © Linsensüppchen54

Wortakrobatik ist meine Stärke. Die deutsche Sprache steht mir sehr nah; ich liebe es mit ihr zu spielen und sie zu verkehren und zu verdrehen.

Was möchtest du mit deiner Kunst bei Menschen auslösen? Was ist dir wichtig?

Poesie ist nicht = Buchstaben aneinander reihen. Sondern Wortakrobatik. Fotografie ist nicht = wahllos Bilder schießen mit einer beeindruckenden Ausrüstung. Sondern Momente, Stimmungen, Nichtigkeiten in einen besonderen, einzigartigen Zusammenhang bringen.

Fotografieren ist für mich Poesie, die mich an die Hand nimmt und mich durch die Linse unscheinbare, abstoßende und bezaubernde Dinge entdecken lässt. Ich möchte meine Mitmenschen ins Staunen versetzten und sie zum Nachdenken bringen. Es gibt nicht nur eine Sicht auf die Dinge. Jeder hat einen anderen Blick für Ästhetik, Bilder und Formen. Ich finde es spannend und wichtig, all die Sichtweisen der Menschen zu erfahren und in einen Diskussion zu kommen. Kritik ist mir ein Freund und Begleiter.

Wenn du Zeitreisen könntest – wo würden wir dich finden? Wen würdest du treffen wollen?

Du würdest mich 1969 auf dem Woodstock_Festival finden; am liebsten biertrinkend mit Joe Cocker. Ich bin verliebt in seine animalische, wilde Art, sich und seine Musik zu leben. Ich mag es, wenn man Menschen in jeder Faser ansieht, dass sie lieben, was sie tun. Es war eine Zeit der Revolution, in der es darum ging sich frei zu kämpfen und neu zu erfinden.

Mehr zu Julianes Arbeiten auf ihrem Blog und auf Twitter

Sie ist aber natürlich auch per Mail für Auftragsarbeiten zu erreichen: linsensueppchen54@gmx.de


Du bist selbst Künstler und möchtest zum Salongespräch eingeladen werden? Dann kontaktiere mich über meinen Twitteraccount, stell dich vor und vielleicht sehen wir uns bald hier wieder. Ich freue mich auf dich!

Und wenn du Interesse an regelmäßigen News aus dem Blauen Salon hast, trage dich auf meiner Website für den Newsletter ein. Ich versende ihn mehrfach im Jahr.

 

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Inspiration / Getting inspired

Claire? Was inspiriert dich? Woher nimmst du die Ideen für deine Bilder?

Frau im Bad. Claire Marin, 2015.

Frau im Bad. Öl auf Leinwandkarton. ©Claire Marin, 2015.

Ganz ehrlich? Ich habe keine Ahnung. Ich setze mich nicht hin und fange an zu grübeln, zu welchem Thema ich ein Bild malen könnte. Es geschieht eher zufällig. Mir begegnet im Lauf des Tages ein Erlebnis oder eine Stimmung, manchmal sind es Personen auf der Straße, zu denen mir Geschichten einfallen oder auch eine inspirierende Fotografie, deren Atmosphäre mich beeindruckt. Es kann auch ein Satz sein, der in einem Buch steht oder in der Zeitung, eine Unterhaltung, die ich in der U-Bahn mitbekomme oder die Erinnerung an eine Begebenheit in meinem Leben, die plötzlich wieder ganz präsent ist und nach Ausdruck auf der Leinwand sucht. Spaziergänge helfen mir dabei, meine Gedanken und Gefühle zu sortieren. Am besten funktioniert das für mich am Meer. Kurz gesagt: Alles, was mich bewegt, kann zu einem Bild werden. Und eines ist ganz sicher: Keines meiner Bilder entsteht, ohne dass mein Herzblut mit in die Farben fließt.


Claire? What inspires you? Where do you get the ideas for your paintings?

Honestly? I have no idea. I do not sit down and start to ruminate what I want to paint. It happens by chance. Often I find inspiration in everyday situations, in a mood, listening to people on the street, I get inspired through stories or photographies. Atmospheres do impress me. Sometimes I read an inspiring quote in a book or a newspaper, or I think a conversation in the subway is quite interestering.

Often I deal with memories, which find their way onto canvas. I love long walks at the beach to let my mind wander. Everything that moves me can become a painting – but none of my paintings is created without my heart’s blood.


 

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Piet Mondrian – Martin Gropius Bau Berlin

Ich wage kaum, es zuzugeben, aber ich habe es noch immer nicht geschafft, mir diese Ausstellung anzusehen. Aber bald. Ganz bald. Piet Mondrian ist einer der Maler, die ich wirklich bewundere und ich kann es kaum erwarten, seine Bilder aus der Nähe zu betrachten. Sie beruhigen mich, die klaren, zurückgenommenen Strukturen sind für mich pure Erholung. Ich könnte stundenlang einfach nur Linien betrachten, klar abgegrenzte Felder, schlicht nebeneinandergestellte Farben. Hier ein kleiner Vorgeschmack. Ich werde berichten, wie es mir gefallen hat.

I was exhited when I heard about the Piet Mondrian exhibition in Berlin – shame on me I didn’t visit it yet … But I will! Soon, very soon! I absolutely love Mondrians works, his paintings sooth me. Pure structure, clean colours – it’s like a getaway. I could watch those paintings for hours without getting bored for a second. It’s fascinating. I will write a blogpost after having visited the exhibition. Promised :-)

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Spielereien mit Öl / Playing with Oilpainting

In der letzten Zeit habe ich immer öfter mit Ölfarben experimentiert. Um es kurz zu machen: Ich liebe Öl. Es ist ein vollkommen anderes Malen als bei der Nutzung von Acrylfarben. Mich begeistert die Konsistenz von Ölfarben, der Glanz, der Geruch und die Tatsache, dass sie sehr langsam trocknen. Man hat Zeit – im Gegensatz zur Arbeit mit Acryl, das einem (je nach Zimmertemperatur) manchmal noch beim Auftragen unter Pinsel oder Malmesser wegzutrocknen scheint.

Small golden paintings. Oil on clothed linen board. Claire Marin, 2015Wenn ich mit Acryl male, ist die Dynamik vollkommen anders. Ölmalerei ist meditativer, deutlich stiller – sie lässt einem Raum zum Durchatmen. Ich mag das sehr – und ich mag die Tatsache, dass man (über Tage und Wochen) immer wieder zu den Ölbildern zurückkehren und an ihnen weiterarbeiten kann – eben weil die Farben so langsam trocknen. Heute habe ich an einem Bild weitergemalt, das ich schon seit einigen Wochen „bearbeite“. Es ist ein wenig Schummelei dabei, denn ich habe experimentiert und genau genommen ist es kein reines Ölbild.

Die Grundierung habe ich mit Acrylfarbe angelegt, darüber kam dann ein spezieller Reißlack, der wiederum nach der Trocknung mit Ölfarbe übermalt wurde. Der Effekt besteht in feinen Rissen, durch die Goldpigmente schimmern – hier im Foto ganz fein oben links zu sehen.

Ich finde solche Experimente immer interessant und freue mich darauf, das auch einmal mit Gummi arabicum auszuprobieren, was deutlich gröbere Risse erzeugt. Mit dem heutigen Farbauftrag hat das Bild nun insgesamt drei Schichten. Aber es ist noch lange nicht fertig. Ich werde hier berichten, wie es weitergeht – und ich freue mich, wenn du meinen Blog Freunden und Bekannten, die sich auch für meine Arbeiten interessieren könnten, empfiehlst.

Natürlich verkaufe ich meine Bilder auch. Eine Auswahl an Arbeiten findest du unter Portfolio. Kontaktiere mich gerne bei Interesse. Ich übernehme aber auch Auftragsarbeiten, schreibe mich also auch in dem Fall gerne an.

Falls dich noch andere Künstler interessieren, findest du übrigens bei Ars Mundi ein breitgefächertes Angebot. Aber pssssst: Es geht natürlich nichts über eine echte Claire an der Wand ;-)


ars mundi – Die Welt der Kunst

Finden Sie ausgewählte Originale und Unikate im ars mundi Online-Shop!


I love painting with oil. Lately, I experimented a lot with different kinds of paint – and it is a completely different painting than with the use of acrylic paints. I’m fascinated by the consistency of oilpaint, the shine, the smell and the fact that these colours dry very slowly. One has time – as opposed to working with acrylic, which dries immediately when applied.

When I paint with acrylic, the dynamic is completely different. Oil painting is meditative, significantly quieter, it leaves room to breathe. I love it – and I like the fact that one can go back (over days and weeks) to oil paintings and continue to work on them – because the paints dry slowly. Today I continued painting a picture I have been „editing“ for several weeks now. I fibbed a little bit, I must admit, because I’ve been experimenting and I did not use oil exclusevely for this painting. I’ve created an acrylic primer and, after having applied it on the cloth lined board, used a special crackle varnish, which in turn was repainted after drying with oil paint. The effect is fine cracks and gold pigments shimmering through – you can see them on the photo.

Such experiments are always interesting and I’m looking forward to try the same using gum arabic, which produces significantly coarser cracks. The painting now has a total of three layers. But it is far from being finished. I will report in my Blog how work proceeds.

By the way: I sell my paintings. Visite my Portfolio and send me an email when you are interested. I also do take comissions. Don’t be afraid to ask.

 

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Bilder, die mich inspirieren / Inspiring paintings

Es gibt Bilder, an denen kann ich mich nicht sattsehen. Viele von ihnen kenne ich nur von Abbildungen und es wäre ein großer Wunsch, sie einmal real zu sehen. Aus der Nähe zu betrachten, wie der Maler die Farben gemischt hat, wie der Pinsel geführt wurde, welche Dynamik sich in der Arbeitsweise versteckt. Doch auch ohne diese Feinheiten kann ich mich begeistern. In der Reihe „Bilder, die mich inspieren“, stelle ich euch immer wieder einmal eines der Bilder vor. Vielleicht sind es nicht die wichtigsten Werke der Kunstgeschichte – aber das ist mir egal. Es sind Bilder, die etwas in mir berühren, die eine Saite zum klingen bringen oder die mich dazu anregen, etwas Neues auszuprobieren. Ich bin reine Autodidaktin, das heißt, ich habe weder eine Kunstakademie besucht noch jemals Malunterricht genommen. Alles, was entsteht, entspringt reiner Intuition und dem Wunsch, auf Papier oder Leinwand zu bringen, was aus meinem Inneren ans Licht möchte. Für mich ist es wichtig, mich mit Bildern von Meistern aus allen Epochen zu beschäftigen. Ich lerne unglaublich viel durch Sehen, durch Spüren, durch pures Wahrnehmen. Vielleicht ist es das, was meine Bilder dann wiederum auch für anderen Menschen interessant macht. Es ist eine Verständigung jenseits der Logik.

Delaunay FenetresHeute stelle ich euch den Ausschnitt eines Bildes vor, das mich vor allem durch Farbkomposition, Transparenz und Dynamik in seinen Bann zieht. Robert Delaunay hat es im Jahr 1912 gemalt, es trägt den Titel Les Fenêtres simultanées sur la ville.

Delaunay hat in unzählige Male die Stadt als Motiv genutzt. In seinen Fensterbildern findet sich immer wieder Paris. Man blickt auf das Gemälde und wird eingeladen, wie durch die Spiegelungen in einer Fensterscheibe zu entdecken, was sich abbildet. In diesem Auschnitt verbirgt sich – wie so oft bei Delaunay – der Eiffeltum; und zugleich eine wunderbare Farbstudie.

Bilder von Delaunay wirken auf mich oftmals, als würde ich durch ein Kaleidoskop blicken. Eigenlich bekanntes wird durch Reflektionen, Spiegelungen und schillernde Farben zu einer bunten Schatzkiste voller Wunderwelten. Man wandelt durch ein lichtdurchflutetes Paris, in dem sich Robert Delaunay vor dem Ersten Weltkrieg seinen malerischen Experimenten widmete, wird förmlich hineingezogen in die Farben, die er gegeneinanderstellt, damit sie sich gegenseitig verstärken, und dann wieder besänftigt durch die wunderschöne Transparenz.

Könnte ich in der Zeit reisen, würde ich Robert Delaunay gerne auf einen guten Rotwein treffen und ihm unzählige Fragen zu seinen Arbeiten stellen. So bleibt mir nur, es still staunend vor seinen Bildern zu tun …

Übrigens – mein Portfolio ist auch nur einen Klick entfernt. Wirf doch einen Blick auf meine Bilder und lass mich wissen, wie sie dir gefallen.


Some paintings are pure inspiration. I have this great desire to look at many of them in a museum. I want to look up close, explore how the painter mixed the colors, how he used the brush. But even without knowing these nuances, the paintings are lovely.

In the series „Inspiring paintings“ I want to present some of the paintings I like most. Perhaps the ones I love are not the most important work in the history of art – but it doesn’t matter. I want to write about paintings that touch something inside of me, encourage me to try something new. As a painter, I am pure autodidact. I never went to an art academy, ever took painting lessons. Everything I do is intuition. I create, because I feel. But for me it’s really important to study paintings from all eras. I learn an incredible amount by seeing, by sensing, by perception. Maybe that’s what makes my pictures interesting for people who do also understand this world by feeling it. There is an understanding beyond logic.

Today I want to write about the detail of a painting that attracts me especially through color composition, transparency and dynamics. Robert Delaunay painted it in 1912, it bears the title Les Fenêtres simultanées sur la ville. Robert Delaunay often painted Paris – and that’s what he did in his window paintings. One feels invited to discover how – through reflections in a window – the city reproduces itself. In this excerpt the „Tour Eiffel“ is hidden; and at the same time this work is a wonderful study of how Delaunay used colours.

Delaunays Paintings often make me feel like looking through a kaleidoscope. Familiar things seem beautifully strange because of the reflections and the iridescent colours. fIt’s like walking through a light-filled Paris, where Robert Delaunay experimented as a painter before the First World War. One gets involved immediately because of the colors, which reinforce each other, and gets soothed through the transparency in his paintings.

Could I travel in time, I would like to meet Robert Delaunay, drink red wine and ask him many questions about his work. Because I’m not a time traveller yet, I have to do this in front of his paintings …

By the way – my Portfolio is only a click away. Take a look at my paintings and tell me how you like them.

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